19. Oktober 2020, 22:41 Uhr

Mit oder ohne Frühstück: Studentenbude im Hotel

19. Oktober 2020, 22:41 Uhr
Ein Fahrrad gehört dazu: Wie das Hotel »25hours« vermieten auch andere Häuser in der Corona-Krise Zimmer an Studenten. FOTO: RAINER RÜFFER

- Das zweite Semester im Zeichen von Corona startet in wenigen Wochen - nicht wie sonst Mitte Oktober, sondern Anfang November. Goethe-Universität und University of Applied Sciences (UAS, vormals Fachhochschule) in Frankfurt rechnen mit etwa so vielen Studenten wie im vorigen Wintersemester: Die Universität mit 45 000, davon 8000 Erstsemester, die UAS mit etwa 15 700 Studenten. Von ihnen haben sich bereits etwa 13 600 zurückgemeldet, davon 1244 Erstsemester.

Und wie im vorigen Semester bleibt es in ganz Hessen beim Fernstudium. Lediglich für die Studienanfänger und für diejenigen, die ihr Studium abschließen, sind Präsenzveranstaltungen vorgesehen, daneben auch in den Laboren. Die Wohnraumsituation bleibt angespannt. Zwar ist einerseits zu vermuten, dass mehr Studenten zu Hause bleiben können, weil die Präsenztage reduziert sind, gewissermaßen ein Fernstudium absolviert werden kann. Andererseits fürchtet Kyra Beninga, Vorsitzende des AStA der Goethe-Uni, dass es weniger Angebote zur klassischen Untermiete geben könnte als im Vorjahr, weil gerade ältere Vermieter Angst vor der Corona-Infektion haben könnten.

Das hat in der Beherbergungsbranche für ungewohnte Vorstöße gesorgt: Leere Zimmer und fehlende Gäste zwingen die Hoteliers zum Umdenken. So bietet das Hotel 25hours in der Niddastraße Studentenwohnen an. »Wir vermieten die großen Zimmer, 24 an der Zahl, an Langzeitmieter«, sagt Leiter Tim Döhring. Zum Service gehören Leihräder, die Möglichkeit, den Hotel-Mini zu nutzen, es gibt Co-Working-Möglichkeiten, Küchen fürs gemeinsame Kochen und kostenlose Nutzung der Minibar. Allerdings zum stolzen Preis von 990 Euro pro Monat.

DEHODGA: Keine dauerhafte Option

Auch weitere Hotels bieten Langzeitmieten ab einem Monat Laufzeit an, wenn auch nicht exklusiv an Studenten. So das Hampton by Hilton am Flughafen, wo ein Zimmer zur Verfügung steht, und das nahe der Zentralbank. Hier gibt es 30 Zimmer. Inklusive Frühstück mindestens 810 Euro. Vertrieben wird das Angebot über die Plattform »myroom«.

Auch die skandinavische Hotelkette Scandic beteiligt sich. Hier kostet ein Zimmer 670 Euro. »Es können auch zwei Studenten darin wohnen«, sagt Scandic-Sprecher Oliver Ramm. Das Frühstück gehört nicht zum Angebot, dafür gibt es zehn Prozent Preisnachlass für alle sonstigen Angebote des Hotels. »Die Nachfrage ist gut, sodass wir in manchen Städten schon für einzelne Monate absagen mussten«, freut sich Ramm. Kerstin Junghans, Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA in Frankfurt, schätzt die Langzeitvermietung an Studenten als gute Idee in der Übergangszeit ein. »Es ist aber keine dauerhafte Option.« Thomas J. Schmidt

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