12. September 2011, 09:54 Uhr

Mit dem Gewitter kamen die Schlammmassen

Gießen (sha). Voll gelaufene Keller und Garagen, durch Schlammmassen unpassierbar gewordene Straßen sowie umgestürzte Bäume – dies ist die Bilanz eines heftigen Gewitters, das am Sonntagnachmittag von West nach Ost über den nördlichen Landkreis Gießen hinwegzog.
12. September 2011, 09:54 Uhr
Garagen und Keller liefen voll. (Foto: sha)

Starkregen, Hagelschlag und Sturmböen sorgten dafür, dass über 200 Einsatzkräfte der kommunalen Feuerwehren zwischen Biebertal und Rabenau etwa 100-mal ausrücken mussten. Trotz der immensen Schäden wurde niemand verletzt.

Die größten Schäden richtete das Gewitter in den Städten Lollar und Staufenberg an. Die Landstraße zwischen Mainzlar und Treis werde voraussichtlich erst im Laufe des heutigen Tages wieder freigegeben werden können, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. Die Regenmassen hatten jede Menge Schlamm von den frisch abgeernteten Äckern heruntergespült. Aus den höher gelegenen Straßen schoss die braune Brühe hinunter und ergoss sich in die Ortsdurchfahrt, wo die verstopften Gullys nicht mehr für einen nennenswerten Abfluss sorgen konnten.

Mit Schneeschiebern, Schaufeln und Schubkarren, aber auch mit Baggern, machten sich die Anwohner daran, ihre Straße wieder von den schlammigen Fluten zu befreien. Immer wieder mussten sie bei strömendem Regen ungeduldigen Autofahrern erklären, dass die Fahrbahn bis Treis für den Verkehr nicht passierbar ist.

Besonders heftig wütete das Gewitter auch in Lollar. Im Stadtteil Ruttershausen war in der Hellenbergstraße das Wasser von einem Feldweg in die Garageneinfahrt eines Wohnhauses geflossen und hatte sich dort bis eineinhalb Meter hoch aufgestaut. Infolge des Drucks war das Tor schließlich eingedrückt und die Garage überflutet worden. Stundenlang waren die Einsatzkräfte damit beschäftigt, »Treibgut« aus dem Wasser herauszufischen, um es dann abpumpen zu können.

Nachbarschaftliche Solidarität

Im benachbarten Odenhausen hatten die von einem Hang herabströmenden Wasser- mengen das Kellerfenster eines Hauses eingedrückt und die dahinterliegende Wohnung mit einer 20 Zentimeter hohen Schlammschicht überzogen. Die alleinstehende Bewohnerin erhielt umgehend von ihren Nachbarn Hilfe. Rund 15 Bürger schaufelten den Dreck wieder nach draußen und wischten die Kellerwohnung anschließend sauber.

Zur Höhe der entstandenen Sachschäden konnte die Feuerwehr bis zum gestrigen Abend noch keine Angaben machen. Mit Blick darauf, dass niemand durch das Unwetter verletzt worden war, sei der Landkreis aber noch »mit einem blauen Auge davongekommen«

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