01. September 2020, 21:43 Uhr

Mann springt vor Auto und wirft mit Hammer

01. September 2020, 21:43 Uhr

Kassel - Ein 20-Jähriger hat in Kassel ein fahrendes Auto zu einer Vollbremsung gezwungen und dann einen Hammer auf den Wagen geworfen. Das Motiv dafür sei noch unklar, teilte die Polizei mit. Der Mann habe in der Nacht zum Dienstag zunächst mit seinem Satz auf die Straße den Autofahrer zum Anhalten gebracht, die Tür aufgerissen und den Fahrer beleidigt. Als der Mann weiterfuhr und noch einmal anhielt, warf der 20-Jährige den Hammer. dpa

Frankfurt - Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat am Dienstag die Ehefrau des angeklagten mutmaßlichen Rechtsterroristen Stephan Ernst ausgesagt. Sie gab an, am Tatabend zwei Autos vor dem Wohnhaus der Familie gehört zu haben. Gespräche auf der Straße habe sie aber nicht gehört. Ihr Mann habe vor dem Tod Lübckes den wegen Beihilfe angeklagten Markus H. nie erwähnt, sagte die Zeugin vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt. Zu politischen Einstellungen ihres Mannes und dem Familienleben wollte sich die Ehefrau nicht äußern.

Ein zweiter Zeuge, ein gebürtiger Iraner, der ein Arbeitskollege von Ernst war, sagte, dass er Ernst nicht als Mensch mit rechten oder rechtsextremen politischen Ideen erlebt habe. »Unsere Meinung ist eigentlich dieselbe«, sagte der 35-Jährige, der im gleichen Schützenverein wie Ernst war.

Von Schießübungen im Wald und Waffen im Besitz des Angeklagten habe er nichts gehört. »Er ist genau wie ein Bruder«, sagte er über die Freundschaft zu Ernst.

Vor der Vernehmung der Zeugen stellte einer der Verteidiger von Markus H. einen Befangenheitsantrag gegen die Richter. dpa

Nürnberg/Gießen - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August erneut gestiegen - allerdings in saisonüblicher Höhe. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2,955 Millionen Menschen ohne Job, rund 45 000 mehr als im Juli und 636 000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent.

Im August erhöht sich die Arbeitslosigkeit üblicherweise, weil Beschäftigungs- und Ausbildungsverhältnisse vor den Sommerferien enden.

Wie schon im Juli habe es keinen zusätzlichen coronabedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit gegeben, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur, Detlef Scheele, am Dienstag in Nürnberg. »Dennoch sind die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt weiterhin sehr deutlich sichtbar.«

Vom 1. bis 26. August meldeten Unternehmen für 170 000 Menschen konjunkturelle Kurzarbeit an, nach 254 000 im Juli und 387 000 im Juni. Damit geht die Zahl seit März und April, wo zusammen Anzeigen für 10,7 Millionen Menschen eingegangen waren, kontinuierlich zurück. Die Zahl der tatsächlichen Kurzarbeiter liegt erfahrungsgemäß niedriger, weil Unternehmen Kurzarbeit zum Teil vorsorglich anzeigen.

Die Regionaldirektion der Arbeitsagentur schätzt die Lage für Hessen dagegen etwas anders ein: Jeder vierte Arbeitslose sei auf die Auswirkungen der Virus-Pandemie zurückzuführen, sagte Frank Martin. Zum Stichtag im August zählten die Arbeitsämter 208 467 Frauen und Männer im Land ohne Job. Das waren nach Angaben der Regionaldirektion 4226 mehr als im Juli dieses Jahres und 56 058 mehr als im August 2019. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 6,0 Prozent.

»Wenig dynamisch«

Im Bezirk der Gießener Arbeitsagentur ist die Zahl der Arbeitslosen moderat gestiegen. Im August waren in der Region insgesamt 20 237 Menschen erwerbslos gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber Juli von 87 Personen. Die Quote verharrte bei 5,4 Prozent. Ein Jahr zuvor waren im August noch 3541 Arbeitslose weniger bei der Gießener Behörde registriert. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 4,5 Prozent.

»Die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt zeigt sich aktuell weniger dynamisch als zuletzt«, sagte der Pressesprecher der Arbeitsagentur Gießen, Johannes Paul. »Positiv ist, dass die Zahl der neu gemeldeten Anzeigen auf Kurzarbeit weiter sinkt und der Zugang an Arbeitslosen auf einem niedrigen Niveau ist. Dies spricht für besonnenes Handeln der Arbeitgeber in unruhigen Zeiten.«

Kreis Gießen: Im August waren insgesamt 9412 Menschen erwerbslos gemeldet, das sind fünf Arbeitslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 6,4 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,5 Prozent. Damals waren 1467 Menschen weniger registriert. 29 Betriebe haben im August eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der insgesamt bis zu 422 Beschäftigte betroffen waren. Seit März sind damit 2486 Betriebe und bis zu 29737 Personen von Kurzarbeit betroffen.

Wetteraukreis: Die Zahl der Arbeitslosen stieg im August um 142 Personen auf jetzt 8404. Die Quote erhöhte sich um 0,1 und liegt nun bei 5,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 1813 Erwerbslose mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 3,9 Prozent. Zehn Betriebe haben im August eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der bis zu 250 Beschäftigte betroffen waren. Seit März sind 3014 Betriebe und bis zu 31 601 Personen betroffen.

Vogelsbergkreis: Hier ist die Anzahl der Erwerbslosen im August gesunken. 2421 Personen waren arbeitslos gemeldet, 50 Personen weniger als noch im Juli. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 und lag danach bei 4,2 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 261 Erwerbslose weniger gemeldet. Die Quote lag damals bei 3,7 Prozent. Sieben Betriebe haben im August eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, betroffen sind bis zu 62 Beschäftigte. Seit Beginn der Corona-Krise sind nun 910 Betriebe und bis zu 10 010 Arbeitnehmer betroffen. dpa/eb

Stockstadt am Main - Ein Zug hat nahe der bayerisch-hessischen Landesgrenze zwei Gleisarbeiter erfasst und tödlich verletzt. Die beiden 22 und 34 Jahre alten Männer arbeiteten am Dienstagvormittag auf einer Baustelle in der Nähe von Stockstadt am Main (Landkreis Aschaffenburg), wie die Polizei mitteilte. Dort habe sie aus noch ungeklärter Ursache ein Regionalzug erfasst. Die beiden Gleisarbeiter erlitten laut Polizei so schwere Verletzungen, dass sie noch an der Unfallstelle starben. dpa

Wiesbaden - Die Zahl der Sozialwohnungen in Hessen ist weiter gesunken. Ende 2019 gab es noch 79 728 Sozialwohnungen - 581 weniger als ein Jahr zuvor. Das geht aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an die Linke-Bundestagsabgeordnete Caren Lay hervor. dpa

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