05. Januar 2018, 22:31 Uhr

Manhattan am Main

05. Januar 2018, 22:31 Uhr

Frankfurt (dpa/lhe). Der 140 Meter hohe Henninger-Turm hat den Anfang gemacht: Der Solitär ist der erste einer Reihe exklusiver Wohntürme in Frankfurt. Auch der höchste Wohnwolkenkratzer Deutschlands wächst am Main in den Himmel: Der avantgardistisch anmutende Grand Tower soll 172 Meter hoch werden. Er entsteht im Europaviertel. Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs zwischen Messe und Hauptbahnhof ist ein Schwerpunkt der zahlreichen neuen Hochhäuser. Dazugehört auch der erste Porsche Design Tower in Europa, ein 80 Meter hohes Wohnhochhaus.

Der Immobilienspezialist Bulwiengesa geht davon aus, dass 31 Türme zwischen 2014 und 2023 in Frankfurt errichtet werden beziehungsweise schon entstanden sind. Außer Wohnhochhäusern werden dabei sogenannte Hybridtürme mitgezählt, in denen es auch Büros, Boarding-Häuser – eine Art Mischform aus möblierter Wohnung und Hotel – oder Hotels gibt. Das gesamte Finanz-volumen schätzt das Unternehmen auf fast 3,9 Milliarden Euro – der Löwenanteil davon ist noch in Planung.

Garten in Etage 7

In Deutschlands höchstem Wohnturm sind rund 400 luxuriöse Appartements vorgesehen – elf sind nach Darstellung des Verkäufers JLL Residential noch zu haben. Mehr als die Hälfte der Käufer komme aus dem Ausland, vor allem aus dem asiatisch-pazifischen Raum, nur rund ein Fünftel aus dem Rhein-Main-Gebiet. »Wie in einem 5-Sterne-Hotel bietet der Grand Tower zahlreiche Annehmlichkeiten, die das Wohnen noch lebenswerter machen«, heißt es auf der Homepage. Dazu zählen eine sechs Meter hohe Lobby mit Concierge-Service sowie ein Garten in der siebten von 47 Etagen mit Loungezonen und Kräutern. Im 43. Stock ist eine Sonnenterrasse geplant. Bezugsfertig soll der Turm nach früheren Angaben spätestens Ende 2019 sein.

Als erster Wolkenkratzer nach New Yorker Vorbild in Deutschland soll im Bankenviertel der 183 Meter hohe Omniturm aus dem Boden in die Höhe schießen. Er vereint Wohnen, Hotel, Gastronomie, Gewerbe, Büros und öffentliche Flächen unter einem Dach. Der gefragte dänische Architekt Bjarke Ingels ist am Werk – für seine innovative geometrische Fassade des Wohnhochhauses »Via 57 West« in Manhattan hatte er 2016 den Internationalen Hochhauspreis bekommen. Bauherr des gläsernen Turms ist Tishman Speyer. Der Grundstein für die 45 Stockwerke wurde im Mai vergangenen Jahres gelegt, Anfang 2019 soll das Hochhaus fertig sein.

In unmittelbarer Nähe des Omniturms, auf dem ehemaligen Gelände der Deutschen Bank, sollen bis 2022 vier Hochhäuser stehen, darunter ein Mischturm von gigantischen 228 Metern Höhe. Daneben soll ein Wohnturm gebaut werden: Wohl etwa in der luftigen Höhe, die der Grand Tower aufs Parkett bringt. Ein neuer Alltag in Frankfurt.

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