04. Juli 2019, 22:02 Uhr

Länger Baustelle am Kaiserlei

04. Juli 2019, 22:02 Uhr
Europas einstmals größter Kreisverkehr soll zu einer ampelgesteuerten Doppelkreuzung umgebaut werden. (Foto: dpa)

Offenbach (dpa/lhe). Schlechte Nachricht für Zehntausende Pendler: Das Ende der Bauarbeiten am Kaiserlei-Kreisel zwischen Frankfurt und Offenbach verzögert sich voraussichtlich bis Herbst 2021. Ursprünglich sollten die beiden neuen Kreuzungen, die das einst größte Verkehrsrondell Europas ersetzen sollen, Ende 2019 fertiggestellt sein, wie die Stadt Offenbach am Donnerstag mitteilte. Es sei auch mit Mehrkosten in Millionenhöhe zu rechnen.

Seriös beziffern ließen sich diese noch nicht, sagte Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). Zuletzt waren die Kosten des Umbaus mit 41 Millionen Euro angegeben worden, mit 15,6 Millionen kommt ein Großteil davon vom Land Hessen. Weiß sagte, er hoffe, dass die Kosten nicht um einen zweistelligen Millionenbetrag stiegen. Die Arbeiten begannen Anfang 2017. Rund die Hälfte der Gesamtbauleistung sei geschafft, erklärte die Stadt.

Der viel befahrene Kreisel diente bisher auch als Ab- und Zufahrt der Autobahn 661. Er soll einer ampelgesteuerten Doppel-Kreuzung für bis zu 94 000 Autos täglich weichen. Sie soll den überregionalen Verkehrsstrom von und zur Autobahn von demjenigen trennen, der zwischen den beiden Städten fließt.

Grund für die Verzögerung seien unter anderem Altlasten, die bei den Bauarbeiten gefunden worden seien und deren Entsorgung langwierig gewesen sei - darunter ein altes, asbesthaltiges Fernwärmerohr. Zudem seien die Kampfmittelsondierung und das Verlegen von Leitungen aufwendiger gewesen als gedacht. Auch von Lastwagen, die trotz Verbotsschildern für sie nicht erlaubte Straßen durchfuhren und dann gegen Absperrungen prallten und diese abrissen, berichtete Sigrid Pietzsch vom Verkehrs- und Baumanagement der Stadt. Wegen Hitze mussten zuletzt Betonarbeiten verschoben werden.

Weiterhin Behinderungen

Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer müssen sich weiter auf Behinderungen durch die riesige Baustelle einstellen. Zuletzt war ein weiterer Brückenbau beendet worden. Da nun die Gerüste und Verschalungen abgebaut werden, müssten einzelne Straßenspuren gesperrt werden, erklärte die Stadt.

Offenbach gewinnt durch den Umbau Grundstücke in der früheren Mitte des Kreisels hinzu und hofft auf die Ansiedlung von Unternehmen. Dies sei für die »finanzielle Gesundung der Stadt von entscheidender Bedeutung«, sagte Weiß. Interessenten gebe es bereits. Geplant ist der Bau mehrerer Hochhäuser.

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