17. Juli 2018, 09:00 Uhr

Was tun, wenn…?

Krank im Urlaub – wer hilft, wie beugt man vor?

Ein ganzes Jahr hat man sich auf den Urlaub gefreut. Und dann das: Grippe, Magenverstimmung oder gebrochene Knochen.
17. Juli 2018, 09:00 Uhr
Foto: dpa

Was tun

Handy im Klo, falsch getankt, wichtige Papiere weg – jeden Tag kann Unvorhersehbares passieren. Vom schusseligen Fauxpas bis zum medizinischen Notfall. Hier gibt’s Rat für den Fall X.

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Ob im Sommer bei Sonnenschein am Meer oder im Winter beim Skifahren in den Bergen – die Urlaubszeit will man einfach genießen. Und dann passiert es: eine Grippe oder Magen-Darm-Infekt, ein Sturz mit dem Rad oder auf der Skipiste. Gebrochene Glieder oder gerissenen Muskeln und Sehnen. Was ist jetzt zu tun, wie kann man vorbeugen?

 

Versicherungsschutz

 

Im EU-Ausland bekommt man grundsätzlich Zugang zum jeweiligen medizinischen System durch die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), die sich auf der Rückseite der eigenen Krankanversicherungskarte befindet, erklärt Riyad Salhi, Pressesprecher der AOK Hessen. Die EHIC gilt auch in der Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Allerdings gibt es auch innerhalb der EU Ärzte und Kliniken (zum Beispiel in Spanien), die diese Karte nicht akzeptieren, sagt Medizinerin Daniela Hubloher, die bei der Verbraucherzentrale Hessen für die Patientenberatung zuständig ist. Hier muss man eine Privatrechnung akzeptieren, die man dann bei seiner Krankenkasse einreichen muss. Für bestimmte Länder außerhalb der EU – zum Beispiel die Türkei – gibt es separate Lösungen in Form von Auslandskrankenscheinen. In Mazedonien, Montenegro und Serbien gilt die EHIC nur für Erkrankungen, die nach der Einreise eintreten (Notfall), ergänzt Salhi.

 

Zusatzversicherung

 

Bei Reisen in Länder außerhalb Europas empfiehlt die AOK grundsätzlich eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung. »Es wäre sehr heikel, an diesem Punkt zu sparen. Aber auch innerhalb der EU lohnt sich das«, meint Salhi. Denn Leistungen wie der Krankenrücktransport in die Heimat und landesübliche Zuzahlungen oder Behandlungen in privaten Einrichtungen sind nicht über die EHIC abgesichert. Mit der EHIC hat man grundsätzlich Anspruch auf Leistungen, die im jeweiligen Urlaubsland üblich sind.

 

Reiseapotheke

 

In die Reiseapotheke gehören natürlich alle Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen, rät die AOK. Außerdem empfehlen sich je nach individuellem Bedarf, Länge der Reise oder dem Reiseziel: Verbandsmaterial (Schere, Pflaster, sterile Kompressen, Mullbinden, Einmalhandschuhe), Schmerzmittel, Mittel gegen Durchfall und Reiseübelkeit, Insektensschutz, Juckreiz stillendes Gel, kühlende Salbe gegen Sonnenbrand, Salbe gegen Entzündungen und Aufschürfungen.

 

Arztbesuch

 

Das klärt man am besten über die Krankenkasse des jeweiligen Landes, welche Ärztinnen und Ärzte eine Zulassung haben, rät Salhi. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man an einen Privatmediziner gerät und später nicht alle Kosten erstattet bekommt. »Die Verbindungsstelle – die Institution, die die Vernetzung zwischen den Krankenkassen in den verschiedenen Ländern untereinander in Deutschland managt – hat mehrere länderbezogene Merkblätter herausgegeben, die man sich vor der Abreise tatsächlich mal ansehen, vor allem aber ausdrucken und mitnehmen sollte.« Man findet sie im Internet unter www.dvka.de.

 

Kostenerstattung

 

Wichtig ist es, sich für Leistungen die man direkt bezahlen muss, eine zertifizierte Rechnung ausstellen zu lassen, empfiehlt Hubloher. Aus dieser müssen alle erbrachten Leistungen hervorgehen. »Bewahren Sie alle Rechnungen über medizinische Leistungen im Ausland auf und legen Sie diese der Krankenkasse vor. Das ist ein grundsätzlicher Rat, der nie falsch sein kann«, meint Salhi

 

Wichtig zu wissen

 

Da die gesetzlichen Krankenkassen landesübliche Eigenanteile nicht erstatten, lohnt sich eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung. Denn erstattet wird nur, was über die EHIC angefallen wäre. »Pauschal rechnen wir hier 30 Prozent, die unser Versicherter dann zurückerstattet bekommt«, erläutert Salhi. Nicht erstattete Zahlungen kann man wiederum bei der Zusatzversicherung geltend machen, erklärt Hubloher.

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