Hessen

Konsequenzen bei der AWO

Nach Kritik wegen überhöhter Gehälter und teurer Dienstwagen bei der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat der langjährige Geschäftsführer Jürgen Richter seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Der Zeitpunkt sei gekommen, an dem dieser Schritt »für die Arbeiterwohlfahrt und die laufende Diskussion meines Erachtens hilfreich sein wird«, heißt es in einer Erklärung Richters. Der in der Affäre ebenfalls mit Vorwürfen konfrontierte Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) räumte unterdessen Fehleinschätzungen ein.
12. Dezember 2019, 22:27 Uhr
DPA

Nach Kritik wegen überhöhter Gehälter und teurer Dienstwagen bei der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat der langjährige Geschäftsführer Jürgen Richter seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Der Zeitpunkt sei gekommen, an dem dieser Schritt »für die Arbeiterwohlfahrt und die laufende Diskussion meines Erachtens hilfreich sein wird«, heißt es in einer Erklärung Richters. Der in der Affäre ebenfalls mit Vorwürfen konfrontierte Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) räumte unterdessen Fehleinschätzungen ein.

Die »ständigen personalisierten Angriffe in den Medien« hätten ihn schwer getroffen, erklärte Richter. Er könne und wolle sich dem nicht länger aussetzen. Es seien auch Fehler öffentlich gemacht worden, dazu zählten die bisherige Dienstwagenrichtlinie und mangelnde Kommunikation. Mit seinem Schritt sei aber kein Schuldanerkenntnis verbunden, erklärte Richter. Kürzlich erhobene Mobbing-Vorwürfe wies er zurück.

Auch der Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann war in die Kritik geraten, unter anderem, weil seine heutige Ehefrau als Leiterin einer AWO-Kindertagesstätte einen Dienstwagen zur Verfügung gestellt bekam. Dies bestätigte Feldmann am Donnerstag auf entsprechende Fragen von Abgeordneten in der Stadtverordnetenversammlung. Seine Frau habe den Dienstwagen auch noch während einer Elternzeit genutzt. Hier wäre im Nachhinein betrachtet sicherlich »mehr Sensibilität angebracht« gewesen, sagte Feldmann. Er selbst habe keinen Einfluss auf die Bezahlung seiner Frau gehabt - deren Höhe ebenfalls kritisiert wird - und sei davon ausgegangen, dass diese angemessen gewesen sei und sich die AWO an tarifliche Bestimmungen halte. Feldmann sagte, er bedauere, zu lange zu den Vorwürfen geschwiegen zu haben. Sie hätten ihn erschüttert und müssten aufgeklärt werden. Stellten sie sich als zutreffend heraus, müssten Konsequenzen gezogen werden.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/hessen/Hessen-Konsequenzen-bei-der-AWO;art189,652855

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