17. Februar 2020, 19:57 Uhr

Koalitionäre fast gleichauf

17. Februar 2020, 19:57 Uhr

Wiesbaden/Frankfurt - Die in Hessen gemeinsam regierenden Parteien CDU und Grüne liefern sich einer Umfrage zufolge in der Gunst der Wähler ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bei einer Landtagswahl würden derzeit 26 Prozent der Befragten die CDU wählen, wie aus dem am Montag vom Hessischen Rundfunk veröffentlichten »Hessentrend« hervorgeht. Das ist ein Prozentpunkt weniger als beim vergangenen »Hessentrend« vom April 2019. Die CDU bleibt damit knapp stärkste Kraft. Die Grünen kommen auf 25 Prozent - ein Plus von vier Prozentpunkten.

Die SPD landete bei 16 Prozent (minus drei Prozentpunkte), die AfD bei zwölf Prozent (minus ein Punkt). Für die FDP entschieden sich in der Umfrage sieben Prozent (minus zwei Punkte), für die Linke acht Prozent (plus zwei Punkte).

64 Prozent der Befragten erklärten, mit der Arbeit von Regierungschef Volker Bouffier (CDU) zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Im Falle seines Vizes, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir von den Grünen, waren es 60 Prozent.

Die neue SPD-Oppositionsführerin Nancy Faeser, die im September 2019 als Nachfolgerin von Thorsten Schäfer-Gümbel den Vorsitz der Landtagsfraktion der Sozialdemokraten übernommen hatte, kam auf nur 21 Prozent. 26 Prozent der Befragten trauen Faeser zu, die hessische SPD nach vorne zu bringen, 37 Prozent tun das nicht. Die restlichen Befragten machten keine Angaben, gaben an, das nicht zu wissen oder kannten die Politikerin nicht gut genug.

Beeinflusst durch Wahl in Thüringen

Die hessischen Grünen freuten sich über das Ergebnis: Damit werde bestätigt, dass eine klar demokratische und rechtsstaatliche Ausrichtung der feste Anker in turbulenten Zeiten sei, erklärten die Landesvorsitzenden Sigrid Erfurth und Philip Krämer.

Der Generalsekretär der Hessen-CDU, Manfred Pentz, erklärte: »Selbstverständlich hätten wir uns in der Sonntagsfrage ein besseres Ergebnis gewünscht.« Die Zahlen seien von den Vorgängen in Thüringen und im Bund beeinflusst worden. Die Ministerpräsidentenwahl in Erfurt Anfang Februar hatte bundesweit für Empörung gesorgt.

Hessens SPD-Generalsekretär Christoph Degen teilte mit, der Wert für seine Partei von 16 Prozent könne nicht zufriedenstellen. »Vielmehr muss dieses Ergebnis Ansporn sein, unser Profil im Land wieder zu schärfen«, erklärte er. Daran arbeiteten die Sozialdemokraten erfolgreich mit Faeser als Partei- und Fraktionsvorsitzenden. Auch Degen sieht die Gründe für das schlechte Abschneiden seiner Partei bei bundespolitischen Themen. Der FDP-Landesvorsitzende Stefan Ruppert erklärte, das »stabile« Umfrageergebnis der Freien Demokraten zeige, »dass wir mit unserer Politik in Hessen den richtigen Kurs verfolgen. Diesen wollen wir fortsetzen«.

Der Landessprecher der AfD, Klaus Herrmann, teilte mit, trotz steigender Diffamierungen seien die Umfragewerte seiner Partei stabil. Laut »Hessentrend« rangiert bei den wichtigsten Problemen im Land weiter das Thema Bildung ganz oben: Es wurde von 30 Prozent der Befragten genannt (plus ein Prozentpunkt). Dahinter lagen Mobilität/Verkehr mit 23 Prozent (minus fünf Punkte) sowie Wohnen/Mieten mit 17 Prozent (minus drei Punkte). dpa » Seite 4

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