Hessen

Kein Glyphosat in großen Städten

Wiesbaden/Frankfurt (dpa). Landes- und Kommunalpolitiker in Hessen drängen auf einen Verzicht des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat. In den größeren Städten wie Frankfurt, Wiesbaden, Kassel, Darmstadt oder auch Fulda kommt das Mittel teils seit Jahren schon nicht mehr zum Einsatz, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Anders ist das in der Landwirtschaft. »Glyphosat ist noch zugelassen«, sagte der Sprecher des hessischen Bauernverbandes, Bernd Weber. Und da müsse sich ein Landwirt auch drauf verlassen können.
15. Juli 2019, 19:11 Uhr
DPA

Wiesbaden/Frankfurt (dpa). Landes- und Kommunalpolitiker in Hessen drängen auf einen Verzicht des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat. In den größeren Städten wie Frankfurt, Wiesbaden, Kassel, Darmstadt oder auch Fulda kommt das Mittel teils seit Jahren schon nicht mehr zum Einsatz, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Anders ist das in der Landwirtschaft. »Glyphosat ist noch zugelassen«, sagte der Sprecher des hessischen Bauernverbandes, Bernd Weber. Und da müsse sich ein Landwirt auch drauf verlassen können.

Der Wirkstoff wurde von der heutigen Bayertochter Monsanto als Herbizid auf den Markt gebracht und ist hochumstritten. Eine Unterbehörde der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte Glyphosat 2015 als »wahrscheinlich krebserregend« ein. Andere Behörden und Studien kamen zum Schluss, dass Glyphosat bei sachgemäßer Handhabung sicher sei. Nach der EU-Pflanzenschutzverordnung ist Glyphosat noch bis Ende 2022 erlaubt. Österreich verbot als erstes Land in der EU den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters. Das Verbot ist rechtlich allerdings umstritten und könnte EU-Recht widersprechen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich ausdrücklich zu dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Ausstieg bekannt.

»Wir setzen das nicht mehr ein«, sagte Gießens grüne Stadträtin Gerda Weigel-Greilich. Auch in Darmstadt ist das Mittel nach Angaben der Stadt schon seit mehr als 20 Jahren kein Thema. Bei der Straßenreinigung in Frankfurt wurden nach Angaben des Umweltamtes noch nie chemische Mittel zur Unkrautvernichtung eingesetzt. Im Bereich von Schottergleisen sei das Mittel 2017 letztmalig eingesetzt worden.

Es gebe eine klare Vorgabe, dass Glyphosat noch bis 2022 eingesetzt werden dürfe, sagte der Sprecher des Bauernverbandes, Weber. Der Einsatz des Mittels in Hessen sei überschaubar und werde nur bei Problemunkräutern erwogen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/hessen/Hessen-Kein-Glyphosat-in-grossen-Staedten;art189,611524

© Giessener Allgemeine Zeitung 2016. Alle Rechte vorbehalten. Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung