13. Mai 2017, 23:05 Uhr

Üble Keime

Hygienemängel in der Uni-Klinik Frankfurt?

Ein resistenter Keim sorgt weiter für Aufregung im Uni-Klnikum Frankfurt. Ein externer Gutachter hat die Situation nun bewertet.
13. Mai 2017, 23:05 Uhr
Resistenter Keim sorgt für Aufregung in Frankfurt. (Foto: dpa)

Das Frankfurter Universitätsklinikum hat nach Ansicht eines externen Gutachters im Umgang mit einem besonders gefährlichen Krankheitserreger keine Fehler gemacht. Dennoch bleiben Teile der Intensivstation von Hessens größtem Krankenhaus weiter gesperrt, wie die Klinik am Donnerstag berichtete.

»Soweit ich das sehen kann, ist hier sehr umfassend und zeitnah agiert worden«, sagte der Direktor der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, Martin Exner. Der Professor war als externer Gutachter hinzugezogen worden. Weder habe es Verzögerungen gegeben, noch seien Personalmangel oder Raumnot die Ursache. 17 der insgesamt 34 Intensivbetten sind derzeit gesperrt. Am Dienstag hieß es, sie könnten am Mittwoch wieder genutzt werden. Nun sollen die Räume und die Umgebung aber noch einmal desinfiziert werden – »um ein ganz hohes Maß an Sicherheit zu haben«, sagte Exner .

Der Erreger Klebsiella pneumoniae 4-MRGN wurde bei fünf Patienten am Uni-Klinikum nachgewiesen. Er ist gegen alle vier verfügbaren Medikamente resistent. Drei Patienten starben, laut Klinikum aber nicht an dem Keim, sondern an ihren schweren Krankheiten. Bei zwei weiteren wurde der Erreger zwar nachgewiesen, sie sind nach Klinikangaben aber nicht erkrankt.

Vierfach-resistente Keime sind laut Prof. Ursel Heudorf vom Gesundheitsamt in Krankenhäusern gar nicht selten. Allein in Frankfurt seien 2016 rund 260 Fälle gemeldet worden. Dieser Fall sei deswegen besonders, weil der Keim im Haus weitergegeben wurde. »Die Übertragung hat uns schon Sorgen gemacht.« Wie das geschehen konnte, ist eine der vielen offenen Fragen.



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