05. Juni 2018, 22:07 Uhr

Hessen will Mieten deckeln

05. Juni 2018, 22:07 Uhr
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Von DPA
Bezahlbarer Wohnraum ist rar. (Foto: dpa)

Wiesbaden (dpa/lhe). Der Wahlkampf zur hessischen Landtagswahl hat noch nicht richtig begonnen – da nimmt mit der »Wohnungsnot« das erste potenzielle Spitzenthema bereits Fahrt auf. Dass bezahlbarer Wohnraum im Land fehlt, bestreitet zwar niemand. Über die Ursachen für den Mangel wird jedoch ebenso gestritten wie über den besten Weg aus der Misere. Das Land will nun gegensteuern, indem es die Mieter seines Wohnungsunternehmens entlastet. Die Nassauische Heimstätte werde für Haushalte mit mittlerem Einkommen die Miete in den kommenden fünf Jahren nicht mehr als ein Prozent jährlich anheben, kündigten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Wohnungsbauministerin Priska Hinz (Grüne) gestern in Wiesbaden an. Davon profitierten rund 75 Prozent der Mieter. Diese Regelung gelte beispielsweise für eine Familie mit zwei Kindern und einem Jahreseinkommen von rund 63 000 Euro.

Das Land ist größter Anteilseigner der Nassauischen Heimstätte, die mit rund 60 000 Wohnungen das wichtigste Wohnungsunternehmen in Hessen ist. Die Gesellschaft verlängere außerdem freiwillig die öffentliche Förderung für rund 2000 ihrer Sozialwohnungen, die ansonsten bis 2023 aus dieser Bindung fallen würden, erklärte Hinz. Außerdem müssten die Mieter nicht befürchten, dass die Miete nach einer Modernisierung sprunghaft steigt. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände wertete den Vorstoß als »gutgemeinte, aber unzureichende Symbolpolitik«. Sie begünstige zwar die Mieter der Heimstätte, beseitige aber nicht den Mangel an Wohnraum.



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