15. Januar 2019, 21:56 Uhr

Haftbefehl gegen 18-Jährigen erlassen

15. Januar 2019, 21:56 Uhr
Der junge Gießener ist aus Ägypten abgeschoben worden. (Foto: privat/dpa)

Gegen den mehrere Wochen lang in Ägypten festgesetzten 18-Jährigen Schüler aus Gießen ist am Dienstagnachmittag Haftbefehl erlassen worden. Ermittelt werde gegen den jungen Mann wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Frankfurt auf Anfrage dieser Zeitung. Der Verdacht ergebe sich aus den Aussagen des junges Mannes, der Auswertung seines Laptops sowie den Hinweisen von Zeugen. Weitere Details nannten die Ermittler mit Hinweis auf die laufenden Untersuchungen nicht.

Nachdem der junge Mann fast einen Monat lang in Ägypten vermisst worden war, landete er am Montagmorgen in Frankfurt. Zuvor hatte er sich im Gewahrsam der örtlichen Behörden in Ägypten befunden, wie das Auswärtige Amt dieser Zeitung am Donnerstag bestätigt hatte. Nach Medienberichten, die sich auf ägyptische Sicherheitskreise beziehen, wurde der Schüler verdächtigt, er habe sich IS-Kämpfern in dem Land anschließen wollen.

Der Vater des 18-Jährigen bestreitet die von den ägyptischen Staatsmedien verbreiteten Terrorvorwürfe vehement. Er vermutet, die Festnahme sei »Rache« des Regimes, weil er – der Vater – gegen die Regierung vor Ort sei.

Die Ermittlungen, die gegen den Schüler laufen, beziehen sich auf den Paragrafen 89a des Strafgesetzbuches, der auch oft bei Heimkehrern aus Kriegsgebieten angewendet wird, die im Verdacht stehen, sich terroristischen Vereinigungen angeschlossen zu haben. Im Fall des Gießener Schülers haben sich die Hinweise darauf nach den neuesten Erkenntnissen verdichtet.

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