06. Dezember 2017, 21:51 Uhr

Gut gerüstet und voll einsatzbereit

06. Dezember 2017, 21:51 Uhr

Marburg (mt). Falls die nächste Katastrophe kommt, sind die Landkreise Gießen und Marburg jetzt bestens gewappnet. Mit der Eröffnung des Katastrophenschutz-Zentrallagers in Marburg-Cappel vergangenen Samstag »sind wir auch schon einsatzbereit«, erklärt Holger Tolde, Sachgebietsleiter Katastrophenschutz/Ehrenamt vom DRK Kreisverband Gießen-Marburg. Und natürlich »hoffen wir, dass so eine Einrichtung eher nicht zum Einsatz kommt«, sagen die Landrätinnen beider Landkreise Gießen und Marburg, Kirsten Fründt und Anita Schneider, unisono.

Im Zentrallager sammeln sich all jene Ausrüstungsgegenstände, welche bei Großeinsätzen, die viele Menschen betreffen, von Nutzen sind: Großzelte, Feldbetten, Stromerzeuger, Beleuchtung, Krankentragen, Nahrungsversorgung. Das Wort Katastrophe bezeichnet allerdings nur die höchste Einsatzstufe. Katastrophen können – aus formal- rechtlicher Sicht – nur von den Landrätinnen ausgerufen werden. »Uns geht es hier hauptsächlich um sogenannte Großeinsatzlagen«, erklärt Holger Tolde. Dazuzählen etwa Evakuierungen bei Fliegerbombenfunden oder Brände größerer Wohnanlagen. Der DRK-Mann ist hauptamtlich für die Einbindung von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aktiv. Das funktioniert im Katastrophenschutz ähnlich wie bei Rettungsdienst und Feuerwehr.

Das Zentrallager liegt verkehrsgünstig an der Bundesstraße B3 in Marburg-Cappel, südlich der Kernstadt von Marburg. Damit sind die Einsatzkräfte schnell allerorten in beiden Landkreisen. Das ist besonders wichtig auch für den Landkreis Gießen. Und Landrätin Schneider dankte insbesondere dem Gießener Kreistag, dass er für die gemeinsame Einrichtung in Marburg-Cappel grünes Licht gab. Das war auch nötig. Gelände und Gebäude der Einsatzteams in der Gießener Eichgärtenallee waren in die Jahre gekommen, sanierungsbedürftig und nicht ausbaufähig. Da machten beide Landrätinnen Nägel mit Köpfen: Das neue Lager bietet mit 500 Quadratmetern Fläche Platz für vieles, was im Notfall gebraucht wird.

Regierungspräsident Christoph Ullrich verortet die Idee zum gemeinsamen Zentrallager in der Flüchtlingskrise des Jahres 2015. Da wurden über Nacht Zelte, Betten, Nahrungsversorgung, Heizanlagen benötigt. »Keiner musste im Freien übernachten, keiner Hunger leiden und vor Weihnachten waren die Menschen in der kalten Jahreszeit in festen Unterkünften«, erinnerte Ullrich an die gemeisterten Herausforderungen. »Das Katastrophenschutz-Zentrallager steht also jetzt im Dienst für alle Menschen«, sagt Ullrich. Eindrucksvoll nimmt sich auch der Fuhrpark aus. Das Magazin verfügt über zwei sogenannte Wechsellader, die bei einer maximalen Zuladung von drei Tonnen verschiedene Modulkästen auf die Ladefläche ziehen können. Einer diese Wechsellader ist permanent mit dem »Ausstattungssatz Unterkunft 100« beladen. Der bietet alles, was die Notfallversorgung von 100 Menschen erfordert. »Und ab heute sind wir einsatzbereit«, erklärt Tolde.

Und da braucht es gar keine große, amtlich ausgerufene Katastrophe: Immer dann, wenn mehrere bis viele Menschen von einer Gefahr bedroht oder einem Ereignis betroffen sind, rücken die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz aus. Beispiele sind die Evakuierung von vielen Menschen etwa nach dem Brand in einem Biebertaler Seniorenheim, oder die Evakuierung und Betreuung von Menschen während der Entschärfung von Fliegerbomben.

Es hat sich gezeigt, meint Ullrich, dass es richtig sei, die Materialien für den Katastrophenschutz vorzuhalten und in einem Zentrallager für beide Landkreise verfügbar zu machen: »Gelebte interkommunale Zusammenarbeit.« Da gebe es auch keine Konkurrenz zum hessischen Pendant in Wetzlar. Dessen Kapazitäten seien schnell erschöpft. »Man denkt immer an die großen Schadenslagen, doch auch bei kleinen Schäden ist man schnell an den Grenzen«, ergänzt Tobias Bräunlein vom hessischen Innenministerium.

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