Hessen

Grundschullehrer gesucht

Wiesbaden (dpa). Wegen eines Mangels an Bewerbern sind an hessischen Grundschulen zum Start ins neue Schuljahr rund 100 Lehrerstellen nicht besetzt. Dies entspricht rund einem Prozent aller Stellen für Grundschullehrer im Land, wie Kultusminister Alexander Lorz gestern in Wiesbaden erklärte. Die Grundversorgung beim Unterricht sei aber noch nicht gefährdet, betonte der CDU-Politiker. Zu diesem Ergebnis sei man nach einer Abfrage bei allen 1068 Grundschulen gekommen.
10. August 2017, 22:07 Uhr
DPA
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Wiesbaden (dpa). Wegen eines Mangels an Bewerbern sind an hessischen Grundschulen zum Start ins neue Schuljahr rund 100 Lehrerstellen nicht besetzt. Dies entspricht rund einem Prozent aller Stellen für Grundschullehrer im Land, wie Kultusminister Alexander Lorz gestern in Wiesbaden erklärte. Die Grundversorgung beim Unterricht sei aber noch nicht gefährdet, betonte der CDU-Politiker. Zu diesem Ergebnis sei man nach einer Abfrage bei allen 1068 Grundschulen gekommen.

Für die übrigen Schulformen hingegen erwartet der Minister, dass alle Stellen besetzt werden können – auch wenn es zum Start ins neue Schuljahr an einigen Schulen noch etwas klemmen könnte. »Geld und Stellen sind hierbei nicht das Problem, wir müssen vielmehr bei der Personalgewinnung Kreativität entwickeln«, sagte der Minister.

Nach vorläufigen Zahlen werden nach den Sommerferien ab kommender Woche rund 771 000 Kinder und Jugendliche die öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Hessen besuchen. Dies entspricht in etwa der Summe vom vergangenen Jahr. Die Zahl der Erstklässler erhöht sich laut Ministerium um gut 1000 auf 54 000. An den 1800 Schulen stehen insgesamt rund 53 000 Lehrerstellen bereit – nach den Worten von Lorz so viele wie nie zuvor.

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Degen, kritisierte, die Landesregierung kaschiere einen eklatanten Lehrermangel. Rund 5500 Lehrkräfte hätten keine komplette Ausbildung, sondern lediglich eine Unterrichtserlaubnis. Bleibe eine Stelle unbesetzt, dann treffe das vor allem Grundschulen mit einem kleinen Kollegium hart.

Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Wolfgang Greilich, verwies auf eine »massive Überlastung« von Lehrern, etwa bei integrativen Konzepten. Das heißt bei gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern. Er mahnt, dass die Landesregierung die Klagen endlich ernst nehmen müsse.

Lorz erläuterte, dass in den beiden zurückliegenden Jahren rund 38 000 neue Schüler als Seiteneinsteiger in die Klassen gekommen seien – nicht nur Flüchtlinge, sondern auch viele Kinder und Jugendliche aus Unterschiedlichen EU-Ländern. Diese Schüler brauchen vor allem intensiven Deutschunterricht. Sie müssen außerdem oft noch Lesen und Schreiben lernen.

Das Kultusministerium ist hingegen anderer Meinung. Nach dessen Worten greifen die Maßnahmen der Landesregierung gegen den Lehrermangel nämlich.

So ließen sich derzeit unter anderem 130 Lehrer anderer Schulformen zum Grundschullehrer weiterbilden. Auch die Kapazitäten bei der Lehrerausbildung seien insgesamt ausgeweitet worden.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/hessen/Hessen-Grundschullehrer-gesucht;art189,296679

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