27. Oktober 2019, 20:53 Uhr

Friedlicher Protest gegen Rechts

27. Oktober 2019, 20:53 Uhr
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Aus der Redaktion
Mehrere Hundert Menschen haben in Marburg friedlich gegen ein Treffen der »Neuen Rechten« bei der Burschenschaft Germania demonstriert. (Foto: Nadine Weigel)

Vom unteren Steinweg führte am Samstagmittag die Demonstration bis hin zur Lutherstraße unterhalb des Gebäudes der Burschenschaft Germania. Von dort aus spaltete sich dann eine Gruppe der Demonstranten ab und zog hoch zum Gisonenweg am Marburger Schloss, direkt oberhalb des Grundstücks der Burschenschaft Germania. Die Demonstration stand unter dem Motto »Nazivillen dichtmachen« und richtete sich gegen eine Vortragsveranstaltung mit drei rechten Vordenkern.

An der Spitze des Demonstrationszuges liefen vorwiegend die jüngeren Demonstranten der Antifa, die sich mit lautstark skandierten Parolen bemerkbar machten. Mit Rufen wie »Feuer und Flamme der Burschenschaft Germania« oder »Alerta, alerta, Antifaschista!« zogen die Demonstranten durch die Fußgängerzone bis hin vor das Burschenschaftshaus.

Die Burschenschaft Germania Marburg versuche als Kaderorganisation den Rechtsruck in Deutschland voranzutreiben, sagte ein Sprecher der Veranstalter vom »Bündnis gegen Rechts« bei einer Zwischenkundgebung. »Die Marburger Burschenschafter machen aus ihrer rechten Gesinnung kein Hehl. Sie sehen sich selbst als Elite und hetzen dabei gegen eine offene und pluralistische Gesellschaft«. Unterhalb des Germanenhauses war eine Polizeisperre aufgebaut, die von starken Kräften der Bereitschaftspolizei gesichert wurde. Da sich das Haus nicht unmittelbar an der Straße befindet und von Bäumen verdeckt ist, waren die Teilnehmer der Vortragsveranstaltung von der Straße aus auch nicht zu sehen. Nur sichtbar war ein Plakat der Burschenschaft Germania. Darauf stand zu lesen: »Die Presse lügt. Wir sind schlimmer. Überzeugt Euch selber«.

Bei der Kundgebung unterhalb des Germanenhauses ergriff auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) das Wort. Er hatte zusammen mit Stadträtin Kirsten Dinnebier (SPD) und Mitgliedern aus dem ehrenamtlichen Magistrat an der Demo teilgenommen. Auch bei der Sitzung des Magistrats am Montag habe es eine einmütige Unterstützung der Demonstration gegeben, teilte Spies mit. Es müsse in Marburg die Devise gelten »Kein Fußbreit den Faschisten« sagte Spies. Mit dieser Demonstration werde auch in Marburg ein klares Signal gegen den Rechtsradikalismus gesetzt. Das sei spätestens seit den Vorfällen in Halle und dem Attentat gegen den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübke auch dringend notwendig. Ausdrücklich lobte Spies die Marburger Antifaschisten für ihren Einsatz gegen Rechtsradikalismus. Manfred Hitzeroth



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