01. Februar 2019, 21:00 Uhr

Frankfurter Schwimmbäder

Freier Eintritt für Kinder

Frankfurt schafft den Schwimmbadeintritt für Kinder unter 15 Jahren ab. Mit der nach eigenen Angaben hessenweit einmaligen Aktion will die Stadt mehr Heranwachsende zum Sprung ins Becken bewegen.
01. Februar 2019, 21:00 Uhr
(Foto: Emily Wabitsch (dpa))

In Frankfurt dürfen Heranwachsende unter 15 Jahren ab sofort kostenlos ins Frei- oder Hallenbad. Dies hat die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend beschlossen. Auf die Initiative hatten sich CDU, SPD und Grüne im Dezember vergangenen Jahres geeinigt. Die Dreier-Koalition regiert Hessens größte Stadt. Mit dem Angebot - das auch für Kinder und Jugendliche außerhalb Frankfurts gilt - sollen wieder mehr Kinder und Jugendliche zum Schwimmen gebracht werden. Die Opposition im Rathaus (Römer) hatte den Schritt mit Blick auf das städtische Millionendefizit im Haushalt kritisiert.
«Mit der Entscheidung stellen wir unsere Kinder in den Mittelpunkt, sorgen dafür, dass Kinder nicht ihr Taschengeld zählen müssen, um Schwimmen gehen zu können», sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann. Frankfurt sei «für alle da». «Die Stadt gehört den Menschen, insbesondere den Kindern», meinte der SPD-Politiker.

 

Familienkarte geplant


Nach Angaben der Bäderbetriebe Frankfurt sind umfangreiche Kursangebote und Kooperationen mit Schulen geplant. «Wir erhoffen uns, dass wir über die Generation hinaus ein selbstverständliches Gefühl der Schwimmbadnutzung erzeugen können», sagte Geschäftsführer Frank Müller. Auch die wachsende Zahl der Nichtschwimmer solle mit dem Schritt eingedämmt werden.     
Personell sei Frankfurt auf eine wachsende Nachfrage eingestellt, sagte Müller. Eine Steigerung von 25 Prozent der Besucher in der Altersgruppe sei denkbar. Im vergangenen Jahr besuchten seiner Schilderung nach 2,6 Millionen Menschen die Bäder, etwa 30 Prozent davon seien aus der nun beitragsfreien Altersgruppe.
Frankfurts Stadtregierung will künftig auch noch eine Familienkarte schaffen. Sie soll für Haushalte mit einem Einkommen unter 4500 Euro netto Kindern und Jugendlichen freien Zugang zum Zoo und auch allen nicht-städtischen Museen garantieren. Details dieser Initiative müssen jedoch noch in der Verwaltung abgestimmt werden. Bereits nach ihrem Antritt im Mai 2016 hatte die Römer-Koalition die städtischen Museen für Heranwachsende kostenlos gemacht.

 

Städte- und Gemeindebund warnt

 

Was die Stadt nun als einen Schritt für mehr Bewegung und gegen die wachsende Zahl von Nichtschwimmern feiert, könnte die Situation in den umliegenden Kommunen jedoch verschärfen. Mit dem hessischen Städte- und Gemeindebund sei das Vorgehen nicht abgestimmt, sagt dessen geschäftsführender Direktor Karl-Christian Schelzke. Auch wenn er den Schritt grundsätzlich positiv bewertet, bereitet er ihm auch Sorge: «Wenn Schwimmbadbesucher aus den Umlandgemeinden nach Frankfurt abgezogen werden, könnte es die Kommunen in Bedrängnis bringen.» Neben verschärftem wirtschaftlichen Druck in den Bädern könne auch die politische Forderung aufkommen, dem Vorbild von Frankfurt zu folgen. Doch das sei für viele kleinere Gemeinden schwierig.
Entgegen der Befürchtungen des Gemeindebundes glaubt der Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt, Frank Müller, dass der Schritt keine negativen Auswirkungen auf die Umlandgemeinden haben wird. Im vergangenen Sommer seien auch die Bäder der Gemeinden in der Region ausgelastet gewesen, viele hätten selbst vergünstigte Angebote für junge Besucher: «Ich glaube, dass sich das im Rhein-Main-Gebiet gut verteilen wird.»
 


 

Schlagworte in diesem Artikel

  • Aktionen
  • Badbesucher
  • Besucher
  • CDU
  • Familienkarten
  • Hallenbäder
  • Karl Christian
  • Löhne und Einkommen
  • Museen und Galerien
  • Peter Feldmann
  • Politikerinnen und Politiker der SPD
  • SPD
  • Schwimmbäder
  • Schwimmsport
  • DPA
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen