13. Mai 2011, 11:15 Uhr

Fraport lädt zum Volksfest auf neue Landebahn

Frankfurt (lhe). Nach jahrelangen Querelen um die neue Nordwestlandebahn am Rhein-Main-Flughafen soll eine ungewöhnliche Werbeaktion Sympathien für das Bauwerk wecken: Der Flughafenbetreiber Fraport will im Sommer ein Volksfest auf der Piste veranstalten und 80 000 Menschen dazu einladen.
13. Mai 2011, 11:15 Uhr
Will Sympathien für die umstrittene neue Nordwestlandebahn wecken: der Vorstandsvorsitzende des Flughafenbetreibers Fraport AG, Stefan Schulte. (Foto: lhe)

»Wir wollen die Fläche der Landebahn der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, damit die Bürger sie persönlich in Besitz nehmen«, sagte der Fraport-Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte.

Von Mitte Mai an nimmt der Airport-Betreiber im Internet Registrierungen für das Fest »Ein Tag auf der Landebahn« entgegen. Die namentliche Anmeldung sei einerseits aus Sicherheitsgründen nötig, andererseits rechne Fraport damit, dass die Nachfrage die freien Plätze bei weitem übersteigen wird - daher soll gelost werden.

Termin: 25. und 26. Juni

Das Volksfest auf der Piste steigt am 25. und 26. Juni. Pro Tag dürfen je 30 000 Bürger und 10 000 Flughafen-Beschäftigte auf der Landebahn flanieren. Schulte sprach von einer »logistischen Herausforderung«. Die An- und Abfahrt ist über Busse vorgesehen.

Auf der neuen Piste wird es unter anderem ein »Kinderland« mit Hüpfburgen geben. Eine historische Junkers soll ebenso zu besichtigen sein wie ein »Zeittunnel« und ein 360-Grad-Kino zu 75 Jahren Flughafengeschichte. Auch Unternehmen aus der Region sollen Stände bekommen, die Flughafenfeuerwehr will ihren Fuhrpark präsentieren.

Die neue Landebahn wird Fraport zufolge alte Arbeitsplätze sichern und neue schaffen - der Ausbau sei notwendig, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Kritiker hatten sich gegen das Projekt erbittert gewehrt. Sie fürchteten mehr Fluglärm und Naturzerstörung.

Die neue Nordwestlandebahn soll nach Schultes Worten pünktlich am 21. Oktober in Betrieb genommen werden. Der Bau liege exakt im Plan, es gebe keine Hinweise auf Verzögerungen.

Auch das zweite Großprojekt laufe an: Geplant ist das neue Passagier-Terminal 3. Das Gebäude soll helfen, statt wie bisher 56 Millionen Fluggäste pro Jahr 25 Millionen zusätzliche Passagiere aufnehmen zu können. »Der Startschuss ist gefallen«, sagte Schulte.

Fraport habe die Mannschaft zum Planen schon beisammen. Baubeginn solle Anfang/Mitte 2013 sein. In Betrieb gehen werde das Terminal 3 den Plänen zufolge spätestens Anfang 2017.

Der Flughafenbetreiber Fraport ist im MDax notiert. Er gilt als Hessens größter Arbeitgeber - der Konzern beschäftigte Ende 2010 gut 21 000 Mitarbeiter. Der Frankfurter Flughafen ist eines der größten Luftdrehkreuze weltweit, sowohl bei Passagieren als auch bei Fracht.



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