21. Februar 2019, 15:11 Uhr

Verstorben

Dieter Adam: Vater der »Runkelroiweroppmaschin« ist tot

Der Erfinder des berühmten Mundartliedes »Die Runkelroiweroppmaschin«, Dieter Adam, ist tot. Er starb dieser Tage im Alter von 77 Jahren.
21. Februar 2019, 15:11 Uhr
Dieter Adam ist jetzt 77-jähriger gestorben. (Foto: Archiv)

Am 16. Mai 1941 wurde Dieter Adam in Hanau geboren. Nach der Schule absolvierte er eine Banklehre. In seiner Geburtsstadt und in Frankfurt arbeitete er nach der Schule bei verschiedenen Banken. Als Ausgleich und »weil in der Bank nicht viel los war«, wie er einmal gesagt hat, wurde er kreativ. Er starb jetzt im Alter von 77 Jahren in seinem Heimatort Gemünden.

Die Sonne schien vom Himmel und der Himmel der war blau
Ich fuhr mit meiner ganz Bagaasch mol in die Wetterau
En Bauer wor am schaffe mit em Riesen-Apperat
Ich frachte ihn: "Was mest’n da?" und er hat blos gesagt:

Die Runkel-Roiwe-Roppmaschin’, die roppt die Roiwe raus
Die roppt die Roiwe raus, die roppt die Roiwe raus
Die Runkel-Roiwe-Roppmaschin’, die roppt die Roiwe raus
Und wann se all geroppt sin, isses Roiweroppe aus

Die Runkel-Roiwe-Roppmaschin’, die roppt ...

 

Adam war Mitbegründer der heute in Jazzkreisen zur Kultband gewordenen Sugar Foot Stompers, die heute noch immer aktiv sind. Außerdem schrieb er Groschenheftchen und Romane, aber auch Kinderbücher. Während er hier zunächst weitgehend unbekannt blieb, kam der Durchbruch mit der Band »Adam und the Mickys«. 13 Jahre lang waren sie Hausband bei der Karbener Weiberfastnacht, und im Fernsehen konnte man die Stimmungsband bei »Hessen lacht zur Fassenacht« sehen und hören.  »Adam und die Micky’s" texteten Welthits von Frank Sinatra, Boney M. oder Vicky Leandros auf Hessisch um. Berühmt wurden sie mit der Wetterauer »Runkelroiweroppmaschin«, die 1990 erschien. Zuschauer des Hessischen Fernsehens wählten das Lied im Jahr 2008 zum beliebtesten hessischen Fastnachtslied.

 

Mei Fraa die kimmt vom Norden, wo mer ziemlisch hochdeutsch spricht
Sie hat die Aache offgeroppt, denn sie verstand es nicht
Sie sagt zum Bauer: "Hör’n se mal, ich fühle mich verkohlt,
Was sagten Sie zu meinem Mann?", und er hat wiederholt:

Die Runkel-Roiwe-Roppmaschin’, die roppt die Roiwe raus
Die roppt die Roiwe raus, die roppt die Roiwe raus
Die Runkel-Roiwe-Roppmaschin’, die roppt die Roiwe raus
Und wann se all geroppt sin, isses Roiweroppe aus

Die Runkel-Roiwe-Roppmaschin’, die roppt ...

 

Der letzte Auftritt bei der hessischen TV-Fastnacht war im Jahr 2012. Es war jenes Jahr, in dem bei Dieter Adam eine Erkrankung des Kehlkopfes festgestellt wurde. Zwei Jahr später dann die Diagnose: Kehlkopfkrebs. Das Ende von Dieter Adams Bühnenkarriere.

 

Wer’s alls noch net verstande hat von München bis Berlin
Es handelt sich um eine "Dickwurz-Rupf-aus-Erd"-Maschin’
Die Dickwurz fresse Säu un Koi un Gäul mit ihrem Maul
Un wannse net geroppt wern, wernse allminanner faul

Die Runkel-Roiwe-Roppmaschin’, die roppt die Roiwe raus
Die roppt die Roiwe raus, die roppt die Roiwe raus
Die Runkel-Roiwe-Roppmaschin’, die roppt die Roiwe raus
Und wann se all geroppt sin, isses Roiweroppe aus

 

Dann verlegte er sich wieder aufs Schreiben, vollendete viele Manuskripte, die er einst begonnen hatte. Eines seiner letzten Lieder zeigt, wie der Musiker, Autor und Entertainer seinen Schicksalsschlag ertragen hat. Er hat das berühmte »My Way«, das Frank Sinatra berühmt machte, auf seine Weise mit einem eigenen Text: »Mei Stimm is fort, ich geh von Bord, sag leise Guhde – ich schalt moi Orschel aus un geh nach Haus, duht’s Herz aach blute, muss ich aach geh, is doch okay, I did it my way.«

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