04. August 2017, 22:02 Uhr

Der Geist des Weines

04. August 2017, 22:02 Uhr

Ob in der Praline, im Rüdesheimer Kaffee oder pur im bauchigen Glas: Der Weinbrand »Asbach Uralt« ist in Rüdesheim an nahezu jeder Ecke präsent. Die Stadt am Rhein und die Spirituosenmarke verbindet eine Symbiose, von der beide Seiten profitieren. Nicht nur nun zum Jubiläum 125 Jahre nach der Gründung der Weinbrennerei. »Der Ort ist immens wichtig für uns, das ist unsere Heimat«, sagt der Geschäftsführer der Asbach GmbH, Christopher Dellee. Auch Bürgermeister Volker Mosler betont: »Rüdesheim und Asbach gehören zusammen.«

Flambierte süße Kaffeespezialität

Nach Lehrjahren in Frankreich hatte Hugo Asbach 1892 zwei Brennblasen in Rüdesheim in Betrieb genommen. Um seinen deutschen Weinbrand zur Weltmarke zu machen – dabei half ihm sicherlich sein gutes Näschen für Werbung. So prägte er 1937 den Slogan »Im Asbach ist der Geist des Weines«. Später kam dann »Wenn einem soviel Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert« dazu.

In der Asbach-Brennerei in Rüdesheim sind gerade die letzten Tropfen des 2016er Jahrgangs destilliert worden. Rund zwei Millionen Liter Wein werden pro Jahr am Stammsitz verarbeitet, wie Dellee erklärt. Dazu kommt die Produktion an den französischen Standorten. Der Begriff »Uralt« bezieht sich auf die Reifezeit des Weinbrandes. Mindestens drei Jahren liegt das Destillat, der sogenannte Feinbrand, auf dem Eichenfass im großen Asbach-Lager im fernen Schwarzwald. Für viele Reisegruppen ist es fester Bestandteil ihres Besuchs: ein Rüdesheimer Kaffee, auf spezielle Art am Café-Tisch kredenzt. Dazu wird Zucker zunächst im Weinbrand aufgelöst und beides flambiert. Dazu kommen Kaffee, süße Sahne und Schokoraspeln. Fernsehkoch Hans Karl Adam habe die Spezialität 1957 erfunden, erklärt die Rüdesheim Tourist AG.

In der Stadt am Rhein gab es einst zwei Asbach-Betriebsstätten. Zunächst wichtigster Standort war ein Gelände nahe dem Bahnhof, auf dem heute unter anderem in der Rüdesheimer Confisserie das Unternehmen Reber (»Mozartkugeln«) in Lizenz die »Asbach-Pralinen« herstellt. Auf dem weiteren Standort etwas oberhalb des Rheins sind inzwischen unter anderem die Brennerei und ein Besucherzentrum untergebracht. Hier wird der Weinbrand auch veredelt, bevor er in die Flasche kommt. »Wenn ich stark in der Region verwurzelt bin, ist das eine Verstärkung für das Branding«, bestätigt auch der Marketingexperte Uwe Lebok.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Glas
  • Hans Karl Adam
  • Heimat
  • Jubiläen
  • Kaffee
  • Reisegruppen
  • Wein
  • Weinbrand
  • Werbung
  • DPA
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 12 x 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.