17. Dezember 2010, 17:52 Uhr

Demo gegen Verkauf von Hessnatur an US-Investor Carlyle

Butzbach (dapd). Mitarbeiter und Sympathisanten des Ökotextilversandunternehmens Hessnatur haben am Freitag in Butzbach gegen einen drohenden Verkauf des Unternehmens an den US-Finanzinvestor Carlyle protestiert. Nach Angaben des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac, das die Proteste organisiert hatte, versammelten sich etwa 200 Menschen vor dem Firmensitz in Butzbach.
17. Dezember 2010, 17:52 Uhr

Butzbach (dapd). Mitarbeiter und Sympathisanten des Ökotextilversandunternehmens Hessnatur haben am Freitag in Butzbach gegen einen drohenden Verkauf des Unternehmens an den US-Finanzinvestor Carlyle protestiert. Nach Angaben des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac, das die Proteste organisiert hatte, versammelten sich etwa 200 Menschen vor dem Firmensitz in Butzbach.

Die Demonstranten forderten die Eigentümer von Hessnatur auf, verbindlich ihren Verzicht auf einen Verkauf des Ökoversenders an Carlyle zu erklären. »Dieser Protest ist ein Appell an Carlyle, dauerhaft Abstand von Hessnatur zu nehmen«, sagte Attac-Sprecherin Frauke Distelrath. Die Kunden von Hessnatur (führendes Versandunternehmen auf dem Naturtextilienmarkt) würden einen Verkauf an den Private-Equity-Fonds Carlyle, der auch in die Rüstungsindustrie investiert, nicht hinnehmen.

Auch Hessnatur-Geschäftsführer Wolf Lüdge (Langgöns) beteiligte sich an den Protesten. »Es geht darum, die Mitarbeiter zu schützen und die Kunden, an Hessnatur zu binden, um die Community von Hessnatur zu erhalten«, sagte er der Nachrichtenhagentur dapd.

Der Ökoversandhandel hat seine Ursprünge in der Friedens- und Ökologiebewegung und gehört seit 2001 zur Primondo Speciality Group (PSG), der Spezialversand-Sparte des insolventen Arcandor-Konzerns. Im November hatte Carlyle bereits sechs Spezialversender der PSG gekauft, darunter Baby-Walz. Die Frankfurter Rundschau hatte am Mittwoch berichtet, dass Carlyle nach wie vor auch starkes Interesse an einer Übernahme von Hessnatur habe. PSG-Geschäftsführer Matthias Siekmann bezeichnet die Spekulationen um einen Verkauf an Carlyle am Donnerstag auf dapd-Anfrage als »aus der Luft gegriffen«. Er räumt ein, dass der Finanzinvestor als Käufer schon einmal zur Debatte gestanden habe, betont aber: »Es gibt keinen laufenden Verkaufsprozess für Hessnatur.« In Kommentaren auf der Firmen-Homepage kündigten unterdessen Kunden an, nicht mehr bei Hessnatur bestellen zu wollen, sollte es zu einer Übernahme durch Carlyle kommen. (Foto: wz)

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