30. August 2020, 22:11 Uhr

Dehoga setzt auf Vertrauen

30. August 2020, 22:11 Uhr
Julius Wagner

Wiesbaden - Der Branchenverband Dehoga fordert die Hotels und Gaststätten in Hessen eindringlich auf, die Corona-Abstands- und Schutzregeln einzuhalten. Die Branche teile sich derzeit in zwei große Lager, sagte Hauptgeschäftsführer Julius Wagner der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. »Die einen, die die Auflagen auch sichtbar umsetzen. Das stiftet Vertrauen.« Es gebe aber auch Betriebe, die die Corona-Regeln überhaupt nicht ernstnehmen. »Und das ist Wettbewerbsverzerrung.«

Der Hotel- und Gastronomieverband habe keinen Überblick über die Zahl der schwarzen Schafe in der Branche, erklärte Wagner. »Aber wir bekommen Hunderte Rückmeldungen pro Woche von Betrieben, die sich massiv über den Regelbruch von Mitbewerbern beklagen.« Die Gäste in den verantwortungsvollen Gaststätten und Hotels diskutierten dann darüber, »warum werden bei Ihnen die Gästedaten erfasst und weshalb muss ich einen Mundschutz tragen und da drüben nicht«, berichtete der Dehoga-Hauptgeschäftsführer.

Nach Einschätzung von Wagner werden aber die Betriebe, bei denen die Gastronomen den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern von Beginn an einhalten und den Mundschutz ordentlich tragen, auch im Winter Gäste haben. Für die Menschen sei ein gutes Gefühl beim Besuch der Restaurants, Kneipen, Bars und Hotels extrem wichtig. »Das schafft Vertrauen«, betonte der Hauptgeschäftsführer.

Wagner kündigt an, dass der Branchenverband bundesweit in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut auch an technischen Lösungen mit Filtern für geschlossene Räume gerade in der kühleren Jahreszeit arbeite. Es würden gerade mehrere Vorschläge von Unternehmen geprüft.

Der Hauptgeschäftsführer geht davon aus, dass die Branche in der Winterzeit wieder mir rückläufigen Gästezahlen rechnen muss. Es gebe bereits Absagen von Weihnachtsfeiern von Firmen. Privatpersonen seien etwas weniger zurückhaltend. Das belege auch das stabile Geschäft der Außengastronomie in den letzten zwei Sommermonaten. Diese positive Entwicklung könne jedoch nicht die zwei Monate des Lockdowns wettmachen, betonte Wagner. Die Daheimgebliebenen seien auch viel in Restaurants gegangen und hätten sich Sehenswürdigkeiten angeschaut. »Aber sie übernachten nicht. Sie machen nicht eine Woche Willingen, statt eine Woche Mallorca.«

»Wir werden eine Delle bekommen, wenn es wirklich kalt und ungemütlich draußen wird; dann wird das wie eine kleine Pause in der Branche wirken«, sagte Wagner mit Blick in Richtung Jahresende. »Aber ich bin auch davon überzeugt: Den Menschen fällt zu Hause irgendwann die Decke auf den Kopf. Und dann empfängt sie das Gastgewerbe mit offenen Armen. Freiwillig werden die Leute auf Gastronomie und die Begegnung auch in den Wintermonaten nicht verzichten.« dpa

Schlagworte in diesem Artikel

  • Branchenverbände
  • Gaststätten und Restaurants
  • Lager
  • DPA
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen