Hessen

Bouffier will Rechtskunde als Schulfach für Flüchtlinge

Hamburg/Ludwigshafen (dpa). Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier will Rechtskundeunterricht für Flüchtlingskinder an den Schulen des Landes einführen. In sogenannten Rechtsstaatsklassen solle den Kindern nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch das Rechtssystem und die Werteordnung des Landes vermittelt werden.
15. April 2018, 22:43 Uhr
DPA

Hamburg/Ludwigshafen (dpa). Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier will Rechtskundeunterricht für Flüchtlingskinder an den Schulen des Landes einführen. In sogenannten Rechtsstaatsklassen solle den Kindern nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch das Rechtssystem und die Werteordnung des Landes vermittelt werden.

Einen ähnlichen Unterricht gibt es seit zwei Jahren in Flüchtlingsheimen. »Das Projekt ist sehr erfolgreich. Deshalb wollen wir diese Erfahrung nutzen und den Unterricht ausweiten«, sagte Bouffier.

Die oppositionelle FDP im Landtag kritisierte die Idee. Der rechtspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Frank Blechschmidt, sagte, das Rechtssystem mit seinen Werten gehöre als Unterrichtsstoff für alle Schüler – einheimischen wie zugewanderten – in die Schule. Deshalb greife der Vorschlag Bouffiers zu kurz. Die SPD im Landtag befand, dass der Vorschlag »nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver vom bildungspolitischen Scheitern der CDU« sei.

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