15. August 2017, 20:07 Uhr

Bistum im Aufbruch

15. August 2017, 20:07 Uhr
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Von DPA
Am letzten Sonntag im August tritt Peter Kohlgraf offiziell das Amt des Bischofs von Mainz an. (Foto: dpa)

Mainz (dpa). Der Domdekan kennt sich aus mit Bischofsweihen: Heinz Heckwolf ist am 27. August zum achten Mal dabei, wenn Mainz einen neuen Bischof oder Weihbischof bekommt. In diesen Tagen bereitet der 75-jährige Theologe den Gottesdienst zur Bischofsweihe von Peter Kohlgraf vor. Der Tag wird für die katholische Kirche in ganz Deutschland ein besonderer sein.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchener Kardinal Reinhard Marx, kommt ebenso nach Mainz wie etliche weitere Bischöfe. »Alle Bistümer werden zumindest Vertreter schicken«, sagt Heckwolf. Die Predigt wird der bisherige Mainzer Bischof halten: Kardinal Karl Lehmann bat zu seinem 80. Geburtstag vergangenen Jahres um seinen Rücktritt. Danach begann die 15 Monate währende Zeit der Sedisvakanz, des leeren Bischofsstuhls, in der Generalvikar Dietmar Giebelmann als Diözesanadministrator die Geschicke des Bistums mit seinen Gebieten in Rheinland-Pfalz und Hessen geleitet hat.

Domdekan Heckmann ist nicht nur als theologischer Vorbereiter gefordert, sondern hat auch selbst eine wichtige Rolle im Gottesdienst: Er verliest das Ernennungsschreiben von Papst Franziskus für den neuen Bischof, das der apostolische Nuntius, also der Botschafter des Vatikans, Nikola Eterovic, mitbringt.

Anschließend wird der Bischof vor die Kathedra, dem Bischofsstuhl im Dom, geführt und nimmt dort Platz. »In dem Moment nimmt er das Bistum in Besitz, dann ist er Bischof von Mainz.« Das neue Kirchenoberhaupt will den Mainzern ein Bischof auf Augenhöhe sein. »Ich werde nicht ständig mit Stab und Mitra durch die Stadt laufen«, sagte der 50-Jährige im Mai bei einem Gespräch an seiner bisherigen Wirkungsstätte, der Katholischen Hochschule Mainz.

Als Pastoraltheologe ist es ohnehin sein Anliegen, nah bei den Nöten und Sorgen der Menschen zu sein. Dazu passt auch das »Fest der Begegnung« im Anschluss an den Gottesdienst im Dom, der auch auf einer Großleinwand ins Freie sowie von SWR und HR im Fernsehen übertragen wird. »Man muss keine Angst haben, dass es da nur Kirchenmusik gibt«, sagt Kanzleidirektor Frank Flegel, der sich um die Organisation des Fests kümmert. »Das ist der Beginn einer neuen Ära«, freut sich der 51-jährige gebürtige Mainzer. Der Rheinländer Kohlgraf passe gut zu Mainz, sagt der Kanzleidirektor. »Nach der langen Vakanz ist jetzt im Bistum Aufbruchsstimmung zu spüren.«



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