27. Dezember 2017, 22:02 Uhr

Abtreibungsgegner

Bistum Limburg sieht sich »Rufmord« ausgesetzt

Nach einer Postkartenaktion und Internetpetition radikaler Abtreibungsgegner gegen den Limburger Bischof Georg Bätzing erwägt das Bistum rechtliche Schritte.
27. Dezember 2017, 22:02 Uhr
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Von DPA

»Das ist schon Rufmord«, sagte Sprecher Stephan Schnelle am Mittwoch über Flyer, die den Bischof als einen »Komplizen der Abtreibungsindustrie« verunglimpften. Vor dem Privathaus des Bischofs sei zudem ein Banner errichtet worden. Es müsse noch geprüft werden, wer die rechtliche Verantwortung dafür trage. Zu behaupten, der Bischof oder das Bistum förderten Abtreibung, sei »großer Quatsch«.

Die Aktion überschattet auch einen Gottesdienst für Familien am heutigen Donnerstag. »Morgen ist das Fest der unschuldigen Kinder«, sagte Schnelle. Es sei eine »Belastung«, wenn vor einem für alle gedachten Gottesdienst Türsteher einen störungsfreien Ablauf sichern müssten. Auch für den bundesweit übertragenen Weihnachtsgottesdienst im Dom hatte es Sicherheitsvorkehrungen gegeben.

Zuvor hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft Ermittlungen nach einer Anzeige des Bundesvorsitzenden der Deutschen Zentrumspartei eingestellt, der Bätzing Werbung für Abtreibung vorgeworfen hatte. Auf einer Internet-Seite des Bistum-Bezirks Hochtaunus hatte sich bis vor kurzem ein Link zur Diakonie befunden, die unter ihren Hilfsangeboten auch das Ausstellen eines Beratungsschein auflistete. Ein solcher Schein ist für einen Schwangerschaftsabbruch nötig.



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