15. Dezember 2017, 22:13 Uhr

Bestürzung auch in der Region

15. Dezember 2017, 22:13 Uhr
Schnee erschwerte die Bergung an der Absturzstelle des Kleinflugzeugs. (Fotos: dpa/pv)

Ravensburg/Bad Vilbel (dpa/pe). Über die Absturzstelle verteilt liegen die Trümmer – hier ein zerstörter Flugzeugsitz, dort ein beschädigtes Triebwerk, weiter hinten ein schwarzer Schuh. Fotos des Unglücksortes im Kreis Ravensburg zeigen: Von dem Kleinflugzeug, das am Donnerstagabend nahe dem Bodensee abgestürzt ist, sind nur noch einzelne Teile übrig. Drei Menschen saßen in der Cessna – überlebt hat keiner von ihnen. Einer der Passagiere war der 79-jährige Josef Wund, als »Bäderkönig« bekannt gewordener Investor. Er war am Donnerstag nach Bad Vilbel gekommen, um mit den städtischen Verantwortlichen über das künftige Kombibad zu reden. Das Gespräch drehte sich um Details für das Kommunalbad, das die Wund-Gruppe ab März 2018 als ersten Teil des Bäderkomplexes errichten will. Laut Polizei handelt sich bei den beiden anderen Opfern um den 45 Jahre alten Piloten der Cessna und einen 49 Jahre alten Mann aus Wien, ein Geschäftsmann.

Investor des Vilbeler Kombibades

Wund war Erbauer des Deutschen Pavillons auf dem Gelände der Expo 2000 in Hannover. Man sei fassungslos über den Verlust, teilt seine Unternehmensgruppe am Freitag mit. Mitte Januar sollten die Erschließungsarbeiten in Bad Vilbel beginnen.

Am Nachmittag wird Wund zum Flughafen nach Egelsbach gefahren. Um 17 Uhr hebt die Maschine vom Typ Cessna 510 ab. Ziel des Fluges ist Friedrichshafen am Bodensee. Dort hat die Wund-Unternehmensgruppe ihren Firmensitz. Der Flug endet jedoch für alle Passagiere tödlich, als die Maschine in einem schwer zugänglichen Waldgebiet abstürzt. Am Freitagmorgen verbreitet in Bad Vilbel Stadtwerke-Chef Klaus Minkel die traurige Nachricht: »Heute früh hat sich eine furchtbare Nachricht bestätigt. Herr Josef Wund ist auf dem Rückflug von Egelsbach nach Friedrichshafen gestern Abend abgestürzt.« Trauer und Entsetzen allenthalben. Wie Minkel mitteilt, habe Wund »sein Haus gut bestellt. Eine gemeinnützige Stiftung wird die Eigentümerposition übernehmen«. Für die Stiftung sagt Geschäftsführer Christoph Palm, man sei tieftraurig.

Für die Einsatzkräfte vor Ort beginnt nach dem Unglück eine lange Nacht: Die Polizei sperrt das Gelände – ein nur schwer zugängliches Waldgebiet – großräumig ab, mehrere starke Scheinwerfer erleuchten die Szenerie. Was die Arbeit der Ermittler noch schwerer macht: An der Absturzstelle schneit es mit dicken Flocken, zudem kommt Wind auf. Dennoch gelingt es den Einsatzkräften noch in der Nacht, die drei Opfer zu bergen. Wie es zu dem Unfall kam, was die Ursache dafür ist – das ist dagegen auch am Freitag noch völlig unklar. Was bislang bekannt ist: Die Maschine startete am Abend vom Flugplatz Egelsbach in Südhessen – Ziel war der Flughafen Friedrichshafen. Der Egelsbacher Sprecherin zufolge hatte es keine Probleme gegeben. Es habe lediglich leicht geregnet. »Es war ein normaler Start.« Doch die Maschine stürzt kurz vor dem Ziel gegen 18.15 Uhr in ein kleines Waldgebiet östlich von Ravensburg.

Noch in der Nacht werden auch Sachverständige der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU) an die Unglücksstelle gerufen. Vor den Ermittlern liegt nun eine akribische Spurensuche.

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