07. Dezember 2017, 22:21 Uhr

Beleidigt und beschimpft

07. Dezember 2017, 22:21 Uhr
Bau- und Straßenarbeiten lassen sich nicht vermeiden. (Foto: dpa)

Wiesbaden/Frankfurt (dpa/lhe). Straßenwärter werden zunehmend rau angegangen und beleidigt. Respektlosigkeiten und ein Mangel an Wertschätzung hätten zugenommen, sagte Willi Donath, Vorsitzender des Gesamtpersonalrats der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil, der Deutschen Presse-Agentur. Besonders heftig sei es auf den Autobahnen – und an Samstagen. Autofahrer riefen Beleidigungen wie »Ihr A..., müsst ihr jetzt auch noch am Samstag die Straßen verstopfen!«, zitierte Donath. Auch die Winterdienstbesatzungen der Autobahnmeistereien würden hart angegangen.

Fehlender Respekt

Dies setzt sich laut Donath in Radio- und Fernsehberichten fort. In Interviews würden Straßenwärter besonders von Lkw-Fahrern betitelt als »Schlafmützen und Faulenzer«, erklärte er. »Da gibt es keinen Respekt dafür, dass unsere Kollegen nach bestem Gewissen arbeiten«, sagte Donath. »Eine weitere Unart« nannte er Beleidigungen per E-Mail. Auch das nehme zu. Bei den Info-Mail-Adressen von Hessen Mobil kämen an die Beschäftigten gerichtete Beleidigungen und Beschimpfungen an.

Auch Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hat schon auf den zunehmend rauen Ton gegenüber Arbeitern an Baustellen auf Hessens Straßen hingewiesen. In seiner Rede anlässlich des Spatenstichs zum Neubau des Wiesbadener Kreuzes im September kritisierte er, dass Autofahrer in Baustellenbereichen schon mal ihre Fenster herunterkurbelten und die Bauarbeiter beschimpften. Er forderte Verständnis dafür, dass man den Arbeitern keine reine Nachtarbeit zumuten könne. Auch dem Sprecher der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) sind Respektlosigkeiten auf der Straße bekannt. Man bekomme Anekdoten von Bauarbeitern mit, dass Fernfahrer Dosen würfen, sagte Ruprecht Hammerschmidt. Beschimpfungen kämen bei den Bauarbeitern aber oft gar nicht an. Inmitten von lauten Maschinen seien sie oft gar nicht zu hören, erklärte der Sprecher.

Von vielen Bauarbeitern werden Beleidigungen nicht als Belastung wahrgenommen, sondern »sportlich«, sagte Hammerschmidt. Ein viel größeres Problem sei, die Baustellen richtig abzusichern. Auch Donath berichtete, dass Autofahrer trotz Tempolimits durch Baustellenbereiche rasten. Straßenwärter und Bauarbeiter seien deshalb täglich Gefahren ausgesetzt.

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