31. Mai 2013, 09:28 Uhr

Bahnchef Grube eröffnet Marburger Empfangsgebäude

Marburg (süd). »Dieser Bahnhof bringt alles mit, um im nächsten Jahr als schönster Bahnhof Deutschlands ausgezeichnet zu werden.« Bahnchef Dr. Rüdiger Grube höchstpersönlich weihte am Mittwoch nach Abschluss der Modernisierung das neobarocke Empfangsgebäude in Anwesenheit zahlreicher geladener Gäste ein.
31. Mai 2013, 09:28 Uhr
Bahnchef Rüdiger Grube (zweiter von links) eröffnete am Mittwoch das sanierte Empfangsgebäude des Bahnhofs in Marburg. Mit dabei (vorne von links) Bürgermeister Franz Kahle und die Bundestagsabgeordneten Sören Bartol und Sibylle Pfeiffer. (Fotos: süd)

Die kommunale Beteiligung mache das Projekt außergewöhnlich und sei ein Signal an andere Städte in ganz Deutschland, so Grube. Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel nutzte die Anwesenheit des DB-Vorstandsvorsitzenden, um erneut den »festen Stundentakt nach Norden und nach Süden« zu fordern.

So viele DB-Sicherheitskräfte wie am Mittwoch sind selten am Marburger Bahnhof. Dem Bahnreisenden wurde gleich beim Betreten des jetzt schmucken Empfangsgebäudes klar, hier passiert gerade etwas nicht Alltägliches. Und Grube stellte in seiner Rede die Besonderheit gleich mehrfach heraus: Das Bauwerk wurde horizontal in zwei Bereiche aufgeteilt. Der Keller und das Erdgeschoss gehören weiterhin zum bei der Deutschen Bahn zuständigen Bereich DB Station & Service. Neuer Besitzer des Obergeschosses ist die gemeinnützige Wohnungsbau Marburg. Sie will auf etwa 800 Quadratmeter Fläche Studentenzimmer einrichten, die restlichen 1000 Quadratmeter sollen gewerblich vermietet werden.

Behindertenverbände gehört

Die Halle im Erdgeschoss wurde von der Bahn komplett saniert. In den vergangenen vier Jahren flossen fünf Millionen allein in das Empfangsgebäude. Es wurden neue Serviceschalter und eine zeitgemäße Toiletten-anlage eingebaut, und es gibt nun eine Fahrgastinformationstafel, ausreichend Schließfächer und einen Wartebereich. Ein Branchenmix von Metzger und Bäcker über Zeitschriften bis hin zu einem Schnellrestaurant rundet das Angebot ab. In die Neugestaltung der Empfangshalle waren auch die Behinderten- und Blindenverbände der Stadt eingebunden, betonte Grube. Er sprach von 11 000 Kunden am Tag im Marburger Bahnhof, das bedeute, »vier Millionen Menschen im Jahr gehen durch das neue Gebäude«. Dieses sei nun zu einer »stolzen Visitenkarte der Stadt und der Bahn« geworden, meinte Grube, der sich beim Termin volksnah gab. Er schnitt die Torte an, die den Bahnhof darstellte, und verteilte Kuchenstücke an die Gäste, oder er nahm eine Bahnmitarbeiterin in den Arm, die gerade vom Oberbürgermeister für ihr Engagement gelobt wurde.

Vaupel bezeichnete das sanierte Bahnhofsgebäude als »Eckpfeiler der stadtpolitischen Entwicklung«. Rund um den Bahnhof tue sich einiges, würden in den kommenden Jahren rund 25 Millionen Euro investiert, auch von privater Seite. Der Oberbürgermeister hob die Rolle des Marburger Bundestagsabgeordneten Sören Bartol (SPD) hervor, der ebenso wie Sibylle Pfeiffer (CDU) ein Grußwort sprach. Bartol habe 2003 die Initiative zur Sanierung des Empfangsgebäudes ergriffen.

Das Modellprojekt von Stadt und Bahn sei gelungen, dennoch sei er erst richtig zufrieden, wenn sich die Taktung verbessere, bat der Oberbürgermeister hierfür um Unterstützung. Pfeiffer erinnerte daran, wie dunkel und finster Bahnhöfe teilweise seien. Das gehöre in Marburg der Vergangenheit an, die Stadt besitze jetzt »ein Schmuckstück«. Als Wetzlarerin sei sie »neidisch auf diesen Bahnhof«.

Für weitere zwölf Millionen Euro wird von der Deutschen Bahn am Marburger Bahnhof bis Anfang 2015 auch die Verkehrsstation barrierefrei ausgebaut. Schon heute sind die Gleise 1 und 1a für die Bahnfahrer barrierefrei zu erreichen. Der Bahnsteig 3 soll Ende des Jahres fertiggestellt werden, danach folgt der Bahnsteig 2. Es gibt neue Aufzüge, die Unterführung und die Treppenaufgänge werden erneuert.



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