28. Oktober 2020, 21:16 Uhr

Atommüll auf dem Weg nach Biblis

28. Oktober 2020, 21:16 Uhr

Biblis/Sellafield/Nordenham - Sechs Castoren mit hoch radioaktivem Atommüll sind auf dem Weg vom britischen Sellafield nach Deutschland. Das Schiff mit den Behältern für das Zwischenlager im südhessischen Biblis habe am Dienstagabend abgelegt, sagte ein Sprecher der mit dem Transport beauftragten Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) am Mittwoch. Das Schiff steuert trotz aller Bedenken wegen steigender Infektionszahlen in der Corona-Pandemie in den nächsten Tagen einen deutschen Seehafen an. Atomkraftgegner und Umweltschützer gehen hierbei vom niedersächsischen Hafen Nordenham aus.

Die sechs Castoren seien von der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield per Bahn zu dem rund 65 Kilometer entfernten Hafen Barrow-in-Furness zu dem Spezialschiff »Pacific Grebe« gebracht und verladen worden, teilte die GNS mit.

Trotz aller Bedenken vonseiten der Polizeigewerkschaften und des niedersächsischen Innenministeriums vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen bereiten sich die Sicherheitskräfte auf einen Transport durch Deutschland vor. Gegner kündigten bereits Protestaktionen und Mahnwachen an. Es wird mit einem massiven Polizeiaufgebot gerechnet. Die beteiligten Unternehmen und Institutionen hätten im Zuge der Infektionszahlen umfassende Vorsorgekonzepte und Hygieneregeln für alle Phasen des Transports erarbeitet, hieß es bei der GNS.

Atomkraftgegner lösten den von ihnen vorbereiteten »Castor-Alarm« aus und riefen für Samstagnachmittag zu einer Kundgebung und Mahnwache in Nordenham auf. Die Castor-Gegner rechneten mit einer Ankunft des Schiffes in dem Hafen an der Unterweser am Samstag gegen 7 Uhr, sagte Hans-Otto Meyer-Ott vom Arbeitskreis Wesermarsch. Auch entlang der möglichen Transportstrecken sind Aktionen geplant.

Die sechs rund 100 Tonnen schweren Castor-Behälter sollten eigentlich bereits im Frühjahr per Schiff kommen und dann mit der Bahn in das Zwischenlager am früheren Atomkraftwerk im hessischen Biblis gebracht werden. Wegen der Corona-Krise wurde dies aber abgesagt. dpa

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