07. Januar 2020, 19:36 Uhr

Amend trifft Faber

Der eine schreibt Krimis, steht als Kabarettist und Musiker auf der Bühne und ist Kolumnist dieser Zeitung. Der andere ist Chefredakteur des »Zeit-Magazins«, interviewt Prominente und ist Autor politischer Bücher. Was sie eint: Beide sind in Langgöns aufgewachsen und gingen in dieselbe Schule. Der eine blieb in der Region, der andere zog nach Berlin. Nun stehen sie gemeinsam auf der Bühne: Im Verlagsgebäude dieser Zeitung.
07. Januar 2020, 19:36 Uhr
braeuning_bb
Von Burkhard Bräuning

Die Rede ist von Dietrich Faber und Christoph Amend. Beide treffen am 25. Januar ab 19 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) zu einer gemeinsamen Lesung und einem spannenden Talk im Verlagshaus in Gießen aufeinander. Das Kartenkontingent ist begrenzt. Der Eintritt kostet zehn Euro, Karten gibt es in den Geschäftsstellen unseres Verlags in Gießen, Bad Nauheim und Friedberg.

Christoph Amend wird aus seinem aktuellen Buch »Wie geht’s dir, Deutschland?« lesen und berichten, was ihn zu diesem Projekt antrieb. Er besuchte dazu unter anderem Herbert Grönemeyer, Jens Spahn und das einstige »Mädchen der Nation«, Lena Meyer-Landrut. Amend sprach auch mit seiner Mutter und seinem Vater und gibt Antworten auf die Frage »Was ist aus dem Land geworden, in dem ich groß geworden bin?« Der Autor fuhr an Orte, in denen Deutschland gerade mit sich ringt. Und er traf Menschen, die ihm viel über die Spaltung des Landes erzählten. Auf seiner Reise sprach er mit besonderen Menschen über »ihr Deutschland«. Das reicht von einer 19-Jährigen, die im Unterricht auch mit dem Thema AfD konfrontiert wurde, bis zu einer 95-Jährigen, die als Flüchtling nach Deutschland kam und heute selbst Angst vor Fremden hat. Und Amend debattierte mit seinem 75-jährigen, noch im Krieg geborenen Vater über die politische Lage.

Dietrich Faber liest aus seinen Fabereien-Kolumnen, die er seit einiger Zeit für diese Zeitung verfasst. Zudem wird er Auszüge aus seiner Bröhmann-Bestseller-Krimireihe präsentieren. Im Gespräch werden beide aus ihren unterschiedlichen Blickwinkeln Amends Frage nach der Verfasstheit unseres Landes nachspüren und dabei ganz bestimmt auch nicht die gemeinsame Langgönser Herkunft und die mittelhessische Region ausklammern.

Zu dem Abend im Verlagshaus in Gießen hat uns Dietrich Faber vorab einige Fragen beantwortet:

Herr Faber, kennen Sie Herrn Amend noch aus »alten« Langgönser Zeiten?

Ja, wir kennen uns tatsächlich schon seit der Jugendzeit. Ich war zum Beispiel als der fünf Jahre Ältere einer seiner Betreuer in der Jungschar der Kirchengemeinde. Wir besuchten auch beide die Weidigschule in Butzbach, sodass es auch da ein paar Überschneidungen gab. Später, als Christoph Anfang der 1990er Jahre für diverse Gießener Zeitungen arbeitete, schrieb er auch einige Artikel über FaberhaftGuth - das Kabarett-Duo Dietrich Faber und Martin Guth.

Wird das ein eher lustiger Abend? Oder ernst? Oder beides?

Ich denke beides. Es wird viel um ernstere Themen gehen, aber trotzdem wird es auch einiges zum Lachen geben, hoffe ich. Wo kämen wir denn da hin, wenn man über Ernstes nicht auch mal lachen oder schmunzeln könnte?

Macht jeder sein Ding - oder kommen Sie auch ins Gespräch miteinander?

Wir werden auch miteinander sprechen und vielleicht auch diskutieren, wer weiß? Ich werde Christoph einige Fragen stellen und dann schauen wir, wohin das führt. Sonst liest und erzählt er aus seinem aktuellen Buch, und auch ich werde einige meiner Kolumnen oder Bröhmann-Texte zum Besten geben. Das wird eine schöne Mischung.

Beneiden Sie Herrn Amend, der ja in Berlin, also in der Stadt lebt und arbeitet, in der die Entscheider und ganz viele Promis sind? Wäre das Großstadtleben auch etwas für Sie?

Um Berlin beneide ich ihn keineswegs. Ich bin ein überzeugtes Landei. Ich fahre gerne in Großstädte und mindestens genauso gerne wieder von dort weg. Beeindruckend finde ich aber schon, mit welchen Persönlichkeiten Christoph in den vergangenen Jahren Gespräche führen konnte. Ich denke da an Hillary Clinton, Christoph Waltz, Angela Merkel, Madonna, Herbert Grönemeyer und Boris Becker, um nur einige zu nennen. Auf das Gespräch mit Letzterem bin ich wirklich neidisch.

Wird der gemeinsame Auftritt am 25. Januar eine einmalige Angelegenheit - oder stehen Sie jetzt öfter gemeinsam auf der Bühne?

Bisher haben wir nur diesen einen gemeinsamen Auftritt geplant, doch wer weiß schon, was die Zukunft noch bringt?

Wäre sonst noch was zu sagen?

Ich freue mich schon sehr auf den Abend und hoffe, dass eine schöne Summe für den Verein Palliativ Pro zusammenkommt.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos