28. März 2017, 18:18 Uhr

Antennenfernsehen

Am Mittwoch wird umgestellt

Am Mittwoch wird das alte Antennenfernsehen DVB-T in 18 Ballungsgebieten auf einen neuen Standard umgestellt. Andere Regionen folgen bis spätestens Frühjahr 2019. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.
28. März 2017, 18:18 Uhr
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Von Gerd Chmeliczek
Neues Fernsehen, alte Antenne? Die Dachantennen für DVB-T eigenen sich auch für den Empfang von DVB-T2 HD. (Foto: dpa)

Am Mittwoch wird das alte Antennenfernsehen DVB-T in 18 Ballungsgebieten auf einen neuen Standard umgestellt. Andere Regionen folgen bis spätestens Frühjahr 2019. Es heißt dann nicht mehr DVB-T, sondern DVB-T2HD und bietet mehr Programme in hochauflösender Qualität. Hier gibt's die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ändert sich am 29. März für die Fernsehzuschauer auch in den Landkreisen Gießen, Wetterau und Vogelsberg?

»Alle DVB-T-Nutzer, die ihre Programme aus Frankfurt beziehungsweise der Region Rhein-Main empfangen, benötigen ab diesem Tag ein DVB-T2HD-fähiges Empfangsgerät«, erklärt Veit Olischläger, Leiter des Projektbüros DVB-T2HD Deutschland in München. DVB-T endet zu diesem Zeitpunkt an den Standorten Frankfurt, Großer Feldberg und Hohe Wurzel. Ab diesem Tag sind dann rund 40 öffentlich-rechtliche und private Programme in HD-Auflösung empfangbar. »Als Faustregel gilt: Jeder, der private Programme über Antenne empfängt, ist von dieser Umstellung betroffen«, sagt Olischläger. Der Standort Rimberg wird ebenfalls umgestellt und liefert somit Fernsehbilder fortan in HD-Qualität – aber nur die der Öffentlich- Rechtlichen.

Entstehen mit der Einführung des neuen Standards weitere Kosten für den Verbraucher?

Ja, wenn man auch die Privaten sehen möchte. »Die öffentlich-rechtlichen Programme sind frei und ohne laufende Zusatzkosten zu empfangen. Die Kosten für die terrestrische Verbreitung werden aus dem Rundfunkbeitrag gedeckt. Der größte Teil der HD-Programme privater Veranstalter sind ausschließlich im Programmpaket von freenetTV gegen eine Jahresgebühr von 69 Euro empfangbar«, erklärt Olischläger. Freenet ist der einzige Anbieter.

Wo können sich Verbraucher informieren, ob sie nun handeln müssen?

Wer Fernsehen per DVB-T sieht, wird mit Texteinblendungen auf die Umstellung hingewiesen. Außerdem kann man bei ARD oder RTL auf der Teletext-Seite 199 herausfinden, ob man TV per Antenne empfängt. Wer von der Umstellung betroffen ist, kann sich beim Fächhändler vor Ort erkundigen, oder unter anderem online auf der Internet-Seite des Projektbüros unter www.DVB-T2HD.de weitere Informationen holen.

Hier gibt es darüber hinaus einen Empfangs-Check auf Postleitzahlenbasis. Dort erfahren die Verbraucher auch, ob sie eine Zimmer-, eine Außen- oder eine Dachantenne benötigen, um den neuen Standard empfangen zu können.

Müssen sich die Verbraucher, die betroffen sind, neue Geräte anschaffen?

Ja. Um weiter über die Antenne fernsehen zu können, seien geeignete Empfangsgeräte erforderlich, sagt Olischläger. Das könne entweder eine Set-Top-Box (also ein Receiver) sein, mit der »alte« Fernsehgeräte DVB-T2HD-fähig gemacht werden, oder aber ein Flachbildfernseher mit integriertem DVB-T2HD-Empfangsteil. Beide Gerätetypen nutzen als Orientierungshilfe das grüne DVB-T2HD-Logo. Für den Empfang der verschlüsselten Programme ist von Beginn an – je Empfangsgerät – ein zusätzliches Entschlüsselungsmodul (CI+-Modul, rund 80 Euro) erforderlich, das direkt in geeignete Fernseher oder Set-Top-Boxen einzusetzen ist. Alternativ gebe es auch Set-Top-Boxen mit integrierter Entschlüsselung, die laut Olischläger die günstigere Lösung darstellen. DVB-T2HD-fähige Set-Top-Boxen mit dem grünen Logo gibt es ab etwa 60 Euro, Fernseher ab wenigen Hundert Euro.

Welche Programme können über DVB-T2HD empfangen werden?

Laut Projektbüro kommen neben den bundesweiten öffentlich-rechtlichen Programmen (Das Erste, ZDF, 3sat, arte, phoenix, usw.) regional unterschiedlich weitere dritte Programme hinzu. Auf der freenet-TV-Plattform werden die Programme der Mediengruppe RTL Deutschland (RTL; VOX, RTLII, n-tv, usw.), der ProSiebenSat.1 Media SE (ProSieben, SAT.1, kabel eins, sixx, usw.) und weitere mit dabei sein. Nähere Angaben gibt es unter www.dvb-t2hd.de/programme.

Wie sieht es mit den dritten Programmen aus?

Bei den dritten Programmen ist Hessen quasi zweigeteilt. In Südhessen werden die Angebote von HR, BR, SWR, RBB und NDR zu sehen sein. Für den Norden: HR, MDR, SWR, WDR und NDR. Die Teilnehmer in der Wetterau und im Landkreis Gießen werden nach Aussage des HR am ehesten das Südsignal vom Großen Feldberg empfangen. Im Vogelsbergkreis werde es das Nordsignal vom Sender Rimberg sein. Da die Landkreise aber alle zwischen Großem Feldberg und Rimberg liegen, könne es in Einzelfällen je nach Wohn-, Empfangsort oder Ausrichtung der Dachantenne sein, dass man beide Signale empfängt, oder den jeweils anderen.



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