21. Juni 2017, 22:22 Uhr

»Am Ende wird eh alles gut«

Er ist einer der angesagtesten deutschen Pop-Künstler. Derzeit ist er in der aktuellen Staffel von »Sing meinen Song« auf Vox zu sehen. Am Samstag, dem 1. Juli, steht Mark Forster bei »Pop am Fluss« in Weilburg auf der Bühne. Wir haben vorab mit ihm gesprochen.
21. Juni 2017, 22:22 Uhr
Erst mit 28 Jahren unterschrieb Marc Forster seinen ersten Plattenvertrag. Jetzt ist er ein einer der bekanntesten Popstars in Deutschland. (Foto: Robert Winter)

Am 10. Juni startete für dich und deine Band die Open-Air-Saison. Wie sah denn die Vorbereitung dafür aus?

Mark Forster: Wir spielen ja schon den zweiten Sommer die Tour rund um die »Tape«-Platte. Da müssen wir natürlich mit dem Proben nicht ganz von vorne anfangen. Natürlich kommt aber auch Neues dazu. Ich will nicht zu viel verraten, aber: Wir spielen neben unseren Favoriten der letzten Platten eventuell auch den einen oder anderen Song, der während meiner Zeit bei »Sing meinen Song« in Südafrika auf der Setliste stand. Außerdem durfte ich mir bei meiner Crew ein paar neue Spielereien wünschen. Jeder, der bei uns schon mal auf einem Konzert war, weiß, dass bei uns ganz viel Konfetti fliegt und ganz viel auf der Bühne passiert. Und davon wird es eben noch mehr geben.

Die aktuelle Staffel von »Sing meinen Song« läuft derzeit auf Vox. Was war denn dein persönliches Highlight während dieser Zeit?

Forster: »Sing meinen Song« war schon mehr als eine normale Fernsehsendung. Es hat sich eher angefühlt wie eine Art Therapiesitzung von sieben Leuten, die ansonsten auf der Bühne stehen. Jeder hat sich mit dem anderen intensiv beschäftigt. Das hatte tatsächlich ein bisschen was von einer Selbsthilfegruppe für Popstars (lacht). Das Ganze hat mir persönlich und musikalisch sehr viel gebracht. Am krassesten ist aber natürlich die eigene Sendung, in der sich die anderen Künstler einen Song von dir aussuchen und diesen auf ihre Weise interpretieren. Tatsächlich wählen sich auch alle die Songs ganz frei aus. Ich habe mir zum Beispiel alle Alben der Kelly Family reingezogen und mir dann meinen Lieblingssong ausgewählt.

Hand aufs Herz – hast du den Namen Weilburg vorher schon mal gehört?

Forster: Ich habe tatsächlich noch nie vorher von dem Ort gehört. Ich selbst komme aus Winnweiler. Das klingt maximal ein bisschen ähnlich.

Du hast noch keine Ahnung, wie es hier bei uns aussieht?

Forster: Hm, vielleicht habt ihr ja eine Burg? Vielleicht liegt die Stadt auch am Flüsschen Weil? Ich habe keine Ahnung, ich lasse mich einfach überraschen.

Du hast als Musiker relativ lange gebraucht, bis deine Karriere in Gang kam. Gab es da mal einen Punkt, an dem du alles hinschmeißen wolltest, weil es zu sehr geklemmt hat?

Forster: Meine Karriere ist dahingehend unüblich verlaufen, als dass ich ein Spätstarter bin. Meinen Plattenvertrag habe ich erst mit 28 unterschrieben. Bis dahin klemmte es eigentlich nur. Das ist noch nicht so lange her. Daher bin ich eigentlich eher daran gewöhnt, dass nichts läuft und sich die Leute nicht für einen interessieren. Ich habe Musik immer nebenher gemacht. Und auch, wenn ich jetzt noch einen normalen Bürojob hätte, würde ich abends ins Studio fahren und dann Musik machen. Für mich ist es das größte Glück, dass ich aktuell keinen Bürojob mehr machen muss und von der Musik leben kann.

Wie hast du dich in der Zeit, in der es nicht so lief, denn motiviert?

Forster: Ich habe einfach immer weitergemacht – der Musik wegen, es ging mir nicht um die Karriere. Musik war nicht mein erster Plan. Ich komme aus einem kleinen Dorf in der Pfalz und sich von dort aus vorzustellen, dass die eigene Musik mal im Radio läuft – das habe ich gar nicht als Option gesehen. Ich habe also einen ganz normalen Weg eingeschlagen, habe studiert und gearbeitet und die Musik eben nebenbei gemacht. Das war für mich ganz gut, denn so konnte ich lange Zeit im Verborgenen an meiner Musik und meiner Art, wie ich Lieder schreibe, feilen, ohne dafür sofort in der Kritik zu stehen. Ich bin ja auch Juror bei »The Voice Kids« und wenn mich die kleinen Kandidaten fragen, was sie denn jetzt am besten machen sollen, dann sage ich denen: »Geht einfach noch mal ein paar Jahre in die Schule, studiert danach was und macht Musik am besten nebenbei.« Ich glaube, das ist ein guter Weg.

Ist das dein Tipp für Musiker, die durchstarten wollen? Den Erfolg nicht so sehr forcieren, sondern lieber laufen lassen?

Forster: Wenn man wirklich gerne Musik macht und Spaß daran hat, dann ist der Moment des Musikmachens der Wichtige. Was daraus wird, das ergibt sich ohnehin hinterher. Das tröstet vielleicht eine junge Band jetzt nicht, wenn sie beim x-ten Festival abgelehnt wurde. Aber, junge Bands, lasst euch das von einem alten Recken wie Mark Forster sagen: Am Ende wird eh alles gut.

Hast Du Deinen Promi-Status schon einmal ausgenutzt?

Forster: Klar, schon. Ich war mit dem Koch Tim Raue zusammen bei »Wer wird Millionär«. Sein Restaurant ist auf Platz 34 der besten Restaurants der Welt. Normalerweise muss man ein Jahr auf einen Tisch warten. Ich habe ihm jetzt einfach eine SMS geschrieben und bekomme schneller einen Tisch. Das hat mich schon gefreut. Ansonsten ist es so, dass ich, wenn ich nicht gerade als Mark Forster unterwegs bin, eher inkognito durch die Welt streife. Ich habe da ein paar Tricks, damit ich gar nicht erst groß erkannt werde.

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