08. Januar 2020, 22:03 Uhr

Achtjähriger bekommt Spielstraße

08. Januar 2020, 22:03 Uhr
Franz Ellenberger und seine fünfjährige Schwester Karla freuen sich mit Thomas Spies darüber, dass das Sauersgässchen nun eine Spielstraße ist. FOTO: GRÄHLING/STADT MARBURG

Der achtjährige Franz Ellenberger aus dem Sauersgässchen hat sich eine Spielstraße gewünscht. Mit diesem Ansinnen ist er direkt an Oberbürgermeister Thomas Spies herangetreten. Mit Erfolg: Der Wunsch des jungen Marburger Bürgers hat sich erfüllt - er, seine Schwester und seine Freunde leben nun in einer Spielstraße.

»Franz ist ein engagierter Bürger, der ohne Scheu vor der Stadtverwaltung oder der Politik mitteilt, was ihn bewegt«, sagte OB Spies bei der Enthüllung des neuen Straßenschildes, das das Sauersgässchen in der Oberstadt nun als Spielstraße ausweist. Am Rande eines Termins zur Kampagne #fairimverkehr - »Achte auf mich!« In seiner Schule ist Franz Ellenberger an das Stadtoberhaupt herangetreten und hat erzählt, dass er sich diese Spielstraße wünscht. »Nicht für sich hat er sich das gewünscht, sondern für seine Schwester, seine Freunde und die älteren Menschen, die hier im Sauersgässchen leben«, so Spies. »Er ist jemand, der Verantwortung für das Gemeinwesen übernimmt. Für das Gemeinwesen in dieser Straße - für einen Achtjährigen ist das schon viel Verantwortung.«

Der Oberbürgermeister war beeindruckt vom Engagement des Schülers. »Wir können nicht alle Wünsche erfüllen - oder zumindest nicht immer sofort. Dieses Anliegen von unserem jungen Bürger Franz zu erfüllen, war aber möglich«, so der OB.

Kaum hatte die Stadt Marburg diese Nachricht auf dem eigenen Facebook-Account vermeldet, entbrannte darunter eine Diskussion, dass es sich der Straßenverkehrsordnung und dem aufgestellten Verkehrszeichen (spielende Kinder auf blauem Grund) nach nicht um eine »Spielstraße«, sondern um einen verkehrsberuhigten Bereich handele. Tatsächlich dürfen in einem verkehrsberuhigten Bereich spielende Kinder und Fußgänger die gesamte Straße nutzen, was ihr den umgangssprachlichen Namen »Spielstraße« eingebracht hat. Unterschied zu einer »echten« Spielstraße: In Letzterer sind Kraftfahrzeuge aller Art verboten.

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