19. Oktober 2020, 22:41 Uhr

Ab 2022 soll die XL-Straßenbahn rollen

19. Oktober 2020, 22:41 Uhr
Richtig viel Platz: Mit einem zweiten Mittelteil werden Frankfurts neue XL-Straßenbahnen 40 Meter lang sein. FOTO: ALSTOM

- Das dürfte Fahrgäste weit über die Corona-Pandemie hinaus freuen: Sie haben bald in Frankfurter Straßenbahnen deutlich mehr Platz. Nicht nur 22 XL-Trams hat die Stadt nun bestellt - sie will auch noch zwölf weitere der verlängerten Bahnen kaufen. Das kündigt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) an.

Vom bisherigen Standardmaß von 30 Metern Länge sollen die neuen Trams auf 40 Meter wachsen. Weil die Türen sechs Meter von den Fahrzeugenden entfernt liegen, passen die Wagen noch an die vorhandenen 30-Meter-Stationen. »Wir müssen nur einige Haltestellen anpassen«, erläutert Michael Rüffer, Technik-Geschäftsführer der städtischen Verkehrsgesellschaft (VGF).

Die langen Trams sind eigentlich Bahnen der schon bestellten Baureihe T, die aber einen zweiten Mittelteil erhalten. Diese Zusatzbestellung habe der VGF-Aufsichtsrat nun beschlossen, erklärt dessen Chef Oesterling. Zwischen Oktober 2022 und Juni 2023 sollen die XL-Trams von Hersteller Alstom geliefert werden. Bei den übrigen 23 von 45 T-Wagen bleibt es bei der Länge von 30 Metern. Diese Bahnen sollen von Mai 2021 bis Mai 2022 geliefert werden, sagt Rüffer. Damit verzögert sich die Lieferung um ein halbes Jahr. Grund seien Verzögerungen wegen Corona in der Produktion im Werk Barcelona und bei Zulieferern. Die neuen kurzen Straßenbahnen will die VGF überall im Netz einsetzen. Die T-Wagen haben vier Türen statt bisher drei. Dadurch soll der Fahrgastwechsel schneller klappen.

Mit den 22 XL-Trams soll die am stärksten frequentierte Linie 11 zwischen Höchst und Fechenheim komplett umgestellt werden. Die lange Tram biete 57 Fahrgästen mehr Platz als das kurze Modell, erklärt Rüffer. Der VGF-Technikchef hat zudem mit Alstom ausgehandelt, dass die Stadt ihre bisherige Option auf weitere 13 kurze auf zwölf lange T-Wagen ändert. So könnte auch die Linie 16 komplett mit XL-Bahnen fahren. Laut Straßenbahnkonzept soll die 16 künftig von Oberrad nach Höchst rollen (und die 21 nach Ginnheim). Dann fahren Trams alle fünf statt heute alle 7,5 Minuten nach Höchst. Umgesetzt werden soll das bis Mitte des Jahrzehnts. Die 22 kurzen und 23 langen Straßenbahnen sowie die ebenso von der Stadt bestellten 22 zusätzlichen Mittelwagen für die U-Bahnen kosten zusammen rund 200 Millionen Euro, erklärt Klaus Oesterling. Doch auch die U-Bahn-Wagen rollen verspätet an: Statt Ende 2020 erwartet die VGF erst im März den ersten Wagen von Bombardier. Die neuen U-Bahn-Wagen sollen Züge auf den Linien U2 und U7 verlängern.

Dennis Pfeiffer-Goldmann

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