17. Dezember 2019, 21:18 Uhr

AWO-Bundesvorstand übt Kritik

17. Dezember 2019, 21:18 Uhr
AWO-Präsident Wilhelm Schmidt nimmt zur Prüfung der Vorgänge beim Frankfurter Kreisverband Stellung. FOTO: DPA

Wenige Tage nach dem Festakt zum 100-jährigen Bestehen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sind Prüfer des Bundesverbands nach Frankfurt gekommen. Der Frankfurter Kreisverband steht seit Wochen in der Kritik. Es laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen des Verdachts des Betruges und der Untreue mit Geldern der Stadt. Auch das Finanzamt prüft den Frankfurter Verband. Hinzukommen Medienberichte über Luxus-Dienstwagen, teure Hotelübernachtungen und ungewöhnlich hohe Gehälter für einige Mitarbeiter. Der langjährige Geschäftsführer Jürgen Richter war am vergangenen Donnerstag zurückgetreten. »Der ideelle Schaden ist wahrscheinlich gar nicht in Ziffern zu fassen«, sagte Wolfgang Stadler, der Vorstandsvorsitzende des AWO-Bundesverbandes, gestern in Frankfurt. Der Bundesvorstand werde konsequent an Lösungsmöglichkeiten arbeiten, »weil wir die Zustände für unerträglich halten. Sie müssen beendet werden und es muss ein Schadenersatz geltend gemacht werden«.

AWO-Präsident Wilhelm Schmidt sprach von »Verfehlungen, die wir nicht hinnehmen können«. Geld, das womöglich veruntreut worden sei, wolle der Bundesverband »bis zum letzten Cent« zurückholen. Zudem habe der zuständige Bezirksverband bei der Aufsicht versagt. Die Vertreter des Bundesverbands versicherten, der Verband unterstütze die laufenden Untersuchungen der Stadt, der Staatsanwaltschaft und des Finanzamts, das eine Betriebsprüfung und eine Lohnsteuerprüfung vornehme. Auch wenn die Prüfung noch nicht abgeschlossen sei, gebe es jetzt schon Forderungen, sagte Stadler. »Wir fordern eine komplette Entflechtung sämtlicher Beziehungen zwischen den Kreisverbänden Frankfurt, Wiesbaden und der Johanna-Kirchner-Stiftung und weiterer Gesellschaften.« Wenn erst der entstandene wirtschaftliche Schaden ermittelt sei, werde er von den dafür verantwortlichen Personen zurückgefordert. Hauptamtliche sollten zudem keine weiteren Zusatzzahlungen durch Ehrenamtspauschalen mehr erhalten. Zwei Tage lang hatten Prüfer die Geschäftsführung unter die Lupe genommen, mit dem Präsidium und Mitarbeitern des Kreisverbands gesprochen, sagte Selvi Naidu, die Leiterin des Prüfungs-Teams und Finanzvorstand der AWO. Da nicht alle Unterlagen geliefert worden seien, habe bisher nicht alles geprüft werden können. Stadler rügte den zögerlichen Aufklärungswillen beim Frankfurter Kreisverband.

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