10. Juli 2012, 19:08 Uhr

Preis für nachhaltige grüne Gestaltung

Frankfurt (pia). Die Umgestaltung des Alten Flugplatzes in Bonames von einem militärischen Hubschrauberlandeplatz zu einem Erholungsort liegt neun Jahre zurück. Sie ist so gut gelungen, dass der Ort im »GrünGürtel« nun zum dritten Mal eine Auszeichnung erhält: den Green Good Design Award (Preis für gute grüne Gestaltung).
10. Juli 2012, 19:08 Uhr
Dieses Chaos ist gewollt: Aufgebrochener Beton der ehemaligen Start- und Landebahn des einstigen Flughafens im Stadtteil Bonames. (Foto: Faust)

Zuvor hatten im Jahr 2005 die deutschen Landschaftsarchiteken den Flugplatz mit einem ersten Platz bedacht. Im Dezember 2009 würdigte ihn außerdem die Deutsche Umwelthilfe als Projekt des Monats. Ausgezeichnet wurde der Alte Flugplatz zusammen mit Projekten aus San Francisco, Mumbai und Kopenhagen aus Hunderten von Bewerbern.

Der Preis zeichnet eine Gestaltung aus, die nicht nur eine gute Form hat, sondern auch besonders nachhaltig ist. Er wird zum vierten Mal vergeben und ist die ökologische Variante des anerkannten Good Design Awards, den das Architektur Museum aus Chicago zusammen mit dem Europäischen Zentrum für Architektur seit 1950 weltweit vergibt.

Die Bewerbung hatten die GTL Landschaftsarchitekten aus Kassel eingereicht, ein Büro, das im Auftrag des Frankfurter Grünflächenamts die Gestaltung geplant und ausgeführt hatte.

»Frankfurts Bürger haben schon längst mit den Füßen abgestimmt und gezeigt, dass der Alte Flugplatz gelungen ist. Das liegt auch daran, dass hier an einem Ort nicht nur Natur und Erholung gleichzeitig erlebt werden können, sondern auch für die Gäste klar zu erkennen ist: diese Wildnis ist gewollt«, sagte Noch-Umweltdezernentin Manuela Rottmann. Sie übergibt am 13. Juli ihr Amt an Rosemarie Heilig (Bündnisgrüne).

Wildnis, Museum, Café

Trotz mancher anfänglicher Skepsis wegen des aufgebrochenen Betons, der nicht abtransportiert wurde, sondern sogar nach Korngrößen sortiert liegen blieb – die ersten Pflanzen schlugen schnell Wurzeln und haben inzwischen weite Teile völlig begrünt, Frösche und Vögel fühlen sich zuhause. »Gerade in der Stadt, in er ja alles wohl geordnet ist, sehnen sich die Menschen nach einer Natur, die wild und ursprünglich ist. Genau das können sie am Alten Flugplatz erleben«, so Rottmann.

Das Urteil der internationalen Jury kann jeder leicht selbst überprüfen, in dem er den Alten Flugplatz besucht. Es gibt die Wildnis in den Schollenfeldern zu sehen, die lange Landebahn, ein Weidenlabyrinth, ein Feuerwehrmuseum und das Towercafé. Außerdem bietet der »GrünGürtel« Frankfurt mit Unterstützung der BHF-Bankstiftung jetzt in der Ferienzeit eine Sommerwerkstatt für Kinder an: An jedem Wochenende gibt es Aktionen wie Flossenfahrzeuge konstruieren (am 14. und 15. Juli) und
Vogeldrachen basteln (am 21. und 22. Juli). Neuartige kulinarische Erlebnisse bietet das »Green Table Dinner« am 15. Juli. Dabei werden auf einer langen Tafel auf der Landebahn grüne Gerichte gereiht. Die Gäste sollen grün bekleidet erscheinen. Der Alte Flugplatz liegt an der Grenze der Stadtteile Bonames und Kalbach und ist über den Burgweg 55 zu erreichen. Von der Haltestelle »Kalbach« der U2 sind die Fußwege ausgeschildert.

Mehr zum Alten Flugplatz unter www.frankfurt.de/alterflugplatz und www.landschaftslotse.de.

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