25. August 2011, 20:15 Uhr

Grünes Licht für Kulturcampus Bockenheim

Frankfurt. Die Stadt hat vom Land das rund 17 Hektar große Areal gekauft, auf dem der Kulturcampus entstehen soll. »Damit haben wir die Voraussetzungen für das zentrale Projekt der Stadtentwicklung im nächsten Jahrzehnt geschaffen«, sagte Oberbürgermeisterin Petra Roth.
25. August 2011, 20:15 Uhr
Der alte Campus der Goethe-Uni in Bockenheim wird zum Kulturcampus. (Foto: Faust)

Den Preis für das alte Uni-Gelände im Stadtteil Bockenheim bezifferte Finanzstaatssekretärin Luise Hölscher auf rund 70 Millionen Euro. Es wird frei, weil die größte Hochschule Hessens innerhalb der Stadt umzieht – auf den Campus Westend und den Campus Riedberg.

Das Land übernimmt unter anderem Entschließungs- und Abbruchkosten für das Filetstück am Rande des Westends, das insgesamt gut 100 Millionen Euro Wert sei, erläuterte Hölscher. Von den 70 Millionen Euro sollen bis zu 50 Millionen dem Stiftungsvermögen der Uni zu Gute kommen. Die Verhandlungen zwischen Land und Hochschule über deren dritten Bauabschnitt auf dem Campus Westend sowie die Räume für den Fachbereich Mathematik und Informatik laufen zwar noch. Vertreter von Land und Hochschule zeigten sich aber optimistisch, auch dafür bald eine Lösung zu finden. Der Umzug könne somit möglicherweise 2016 abgeschlossen werden. Das wäre ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Etwa 40 Prozent des Kulturcampus-Geländes sind für »Wohnungen für alle« reserviert, wie Roth sagte – zu deren erklärten Lieblingsprojekten der Kulturcampus gehört. Auf den übrigen Flächen sollen sich vor allem innovative kulturelle Einrichtungen und die Kreativwirtschaft ansiedeln – darunter das renommierte Ensemble Modern, die Forsythe Company, der Mousonturm, die Theaterleute von Heiner Goebbels und in mehreren Jahren auch die Musikhochschule. Außerdem soll Platz für Kleinkunst und Kreativwirtschaft sowie für Gastronomie, ein Hotel, Kinderbetreuung und Grünflächen sein. Das alte Studentenhaus soll öffentlich genutzt werden – als was steht aber noch nicht fest.

Auf jeden Fall werde ein CO2 neutrales Quartier mit Vorzeigeeffekt über Hessen hinaus entstehen, sagte der Geschäftsführer der ABG Frankfurt Holding, Frank Junker. Dazu gehören neben Passivhäusern, Kraft-Wärme-Kopplung, Elektromobilität und Photovoltaik auch die Nutzung von Abwasserwärme. Die AGB – eine fast hundertprozentige Tochter der Stadt – hat das Areal gekauft und entwickelt es aus einem Guss. 2013 könnten die ersten Mieter einziehen und 2017 der Großteil in Betrieb sein, ergänzte Junker.

Der Bebauungsplan soll bis zum Frühjahr 2012 stehen, kündigte Roth an. Darin sollen auch die Vorstellungen der Bürger einfließen; in vier Wochen werde dazu die erste von drei Planungswerkstätten beginnen.

Ira Schaible, dpa

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