20. Juli 2010, 18:28 Uhr

Orgel ist hier mehr als ein Begleitinstrument

Frankfurt. Dass sich Posaune und Orgel ideal ergänzen, haben viele Komponisten seit der Barockzeit bis heute immer wieder unter Beweis gestellt und entsprechende Werke für die beiden Instrumente verfasst. Nutzt Händel die Posaune in seiner zu Beginn des »Neun-mal-Neun«-Konzertes der evangelischen Kirchengemeinde Bergen-Enkheim wiedergegebenen Fuge in As-Dur als weiteres Orgelregister, so setzte der vor ihm lebende italienische Komponist Giovanni Martino Cesare die Posaune bereits solistisch neben der Orgel ein.
20. Juli 2010, 18:28 Uhr
Andreas Weil (Posaune) und Katharina Bereiter (Orgel) beim jüngsten »Neun-mal-Neun«-Konzert in der Berger Kirche. (Foto: pv)

Andreas Weil, Posaune, und Katharina Bereiter, Orgel, präsentierten in der Berger Kirche ein sehr abwechslungsreiches Konzert, bei dem beide auch solistisch glänzen konnten. Die sommerlichen Temperaturen hatten das Thermometer auch auf der Orgelempore extrem klettern lassen und den Stimmton der Orgel so hoch wie noch nie steigen lassen. Dennoch war von dieser zusätzlichen Schwierigkeit nichts zu merken beim »Concertpiece« op. 88 von Alexandre Guilmant, bei dem Weil seine Soli in allen Lagen klangschön und virtuos erklingen ließ. Kürzeren Stücken von Franck, Reger und Moore folgte nach der Pause eine Sammlung von Jacob de Haan. Dieser zeitgenössische niederländische Komponist nimmt in seinen Werken Stilmittel verschiedener Epochen und Zeiten wieder auf und gibt ihnen ein modernes Gewand. Mit der Sonate in B-Dur von Alessandro Besozzi - nach einem schönen Orgelintermezzo von Vincent Lübeck - verabschiedeten sich die beiden vom Berger Publikum, das den sommerlichen Temperaturen trotzte.

In dem viersätzigen Werk wechselten triumphierende und leise Momente einander ab. Orgel und Posaune werden wunderbar miteinander verwoben und umspielten sich, so dass sich die Orgel vom reinen Begleitinstrument emanzipieren kann. Orgel und Posaune ergänzen sich nicht nur ideal, sondern passen, wie in diesem Fall, auch sehr gut zueinander.

Das nächste Konzert der Reihe findet am 9. August statt. Unter dem Motto »If Music be the Food of Love« musizieren Gabriele Hierdeis, Sopran, und Bastian Baumann, Cembalo, Musik von Purcell, Dowland und Händel. Stefan Sohn/pv

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