23. März 2010, 20:40 Uhr

Musikmesse: WM-Gitarre und ein Mischinstrument

Frankfurt. Ein Gitarrenfußball für die WM, ein tragbares elektronisches Songbuch für den Gitarrenhals sowie ein Mischinstrument aus Fagott und Gitarre für den Live-Auftritt: Das sind einige der Neuheiten auf der Musikmesse.
23. März 2010, 20:40 Uhr
Die »Fußball WM-Gitarre« eines japanischen Herstellers. Das Instrument hat einen eingebauten Verstärker und Lautsprecher. (Foto: lhe)

»Elektronische Musikinstrumente, Digitalisierung sowie kleine bewegliche Geräte, die es ermöglichen, schneller zu kommunizieren und zusammenzuspielen«, beschreibt Cordelia von Gymnich von der Messe-Gesellschaft die Trends. Schwerpunkt unter den rund 30 000 Produkten, die die 1510 Aussteller aus aller Welt von diesem Mittwoch bis Samstag zeigen, sind aber Gitarren, Bässe, Schlagzeuge und Klaviere - dieses Jahr sind auch die namhaften europäischen Klavierhersteller nach einem Jahr Pause wieder am Main vertreten. Parallel zur Musikmesse präsentieren 830 Aussteller (minus 17) bei der Schwestermesse Prolight + Sound Audio-, Licht- und Bühnentechnik.

Zu den Highlights bei den Gitarren gehören der rund 250 Euro teure schwarz-weiße Gitarrenfußball mit eingebautem Verstärker und Lautsprecher, den der japanische Hersteller Aria zur WM in Südafrika entworfen hat. Gut gesichert hinter Glas werden die beiden - nach Darstellung der Messe - wertvollsten Gitarren der Welt ausgestellt: Eric Claptons »Black« und die »Lenny« des Bluesmusikers Stevie Ray Vaughan - Gesamtwert rund 1,8 Millionen US-Dollar.

»Es gibt ordentlich was auf die Ohren«

Die Sonderausstellung mit seltenen Instrumenten in Halle 4.1. ist eine von rund 1000 Präsentationen, Konzerten, Preisverleihungen, Auftritten und Seminaren rund um die Messe. »Es gibt ordentlich was für die Ohren und was auf die Ohren«, scherzt Messe-Geschäftsführer Detlef Braun.

Dafür sorgen unter anderem die Sängerin Pe Werner, die Blues-Gitarristin Ana Popovic mit Band, die Rockband Rattles und Hardrocker Axel Rudi Pell. Scorpions-Gitarrist Matthias Jabs, mehrere Musiker der Bands Rammstein, Tote Hosen und Revolverheld gehören zu den zahlreichen Musikern, die Autogramme geben. Sängerin Mimi Müller-Westernhagen - Tochter von Marius Müller-Westernhagen - nimmt eine neue Gitarre entgegen, die eigens für ihre kommende Tourne gebaut wurde. Der Bassist der Red Hot Chili Peppers präsentiert seinen eigenen Flea-Bass, der für wenig Geld und mit besonderen Eigenschaften den Einstieg in das Bassspielen leichter machen soll und zu den Neuheiten der Musikmesse zählt.

Kaum größer als ein iPhone ist dagegen das von Andy Hirst aus Dublin erfundene i-tab. Rund 150 Euro soll das tragbare digitale Songbuch kosten, wenn es in wenigen Wochen auf den Markt kommt, wie Hirst erzählt, Chef der 15 Mann großen gleichnamigen Firma. Auf die Gitarre gesteckt laufen einige tausend Songs inklusive Texte und Akkorde. Metronom und Video können zugeschaltet werden, bedient wird es mit wenigen Klicks mit dem Plättchen auf dem Display.

Drei verschiedene Mischinstrumente aus Fagott, Gitarre und Sequenzer präsentiert das Unternehmen »eigenlabs« aus Großbritannien. »Eigenharp« heißen die schmalen, länglichen und handlich elektronischen Instrumente aus Silber, Pianolack oder glänzendem Holz, bei denen mit leuchtenden Tasten und Mundstück ganz unterschiedliche Musikrichtungen erklingen und dazu noch visuelle Effekte erzeugt werden können. Zwischen 500 und 4800 Euro kosten die drei unterschiedlich großen Instrumente, die Musikschleifen spielen, aufnehmen, Tonarten und Tempo ändern, Beats programmieren und Klänge beliebig über die Tastatur verteilen können. »Und das alles während des Auftritts«, verspricht der Erfinder John Lambert.

Musikpreis für Keith Emerson

Auch der Frankfurter Musikpreis dürfte in diesem Jahr wieder besondere Beachtung finden: Die vom Bundesverband der Deutschen Musikinstrumenten-Hersteller und der Messe Frankfurt gestiftete Auszeichnung erhält in diesem Jahr der 1944 in Todmordon in Lancashire/England geborene Keyboarder und Komponist Keith Emerson, Gründungsmitglied der legendären Gruppe Emerson, Lake & Palmer. Überreicht werden sollte der Preis am gestrigen Abend, dem Vorabend des Messebeginns, im Römer von Kulturdezernent Prof. Felix Semmelroth. Greg Lake sollte die Laudatio halten und Emerson während der Preiserleihung ein exklusives Konzert geben.

Der Musikpreis wurde im Jahr 1980 ins Leben gerufen und seitdem jährlich an berühmte Musiker, Sänger, Komponisten, Dirigenten oder Regisseure vergeben - mit einer Unterbrechung: 2002. Ira Schaible, dpa/ach

Die Musikmesse dauert bis zum 27. März, wobei am Samstag der Publikumstag ist, an dem von 9 bis 18 Uhr geöffnet ist.



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