17. April 2009, 10:36 Uhr

Weltweit größtes japanisches Filmfestival

Frankfurt (ddp-hes). Kimonos und Geishas bekommen die Zuschauer beim japanischen Filmfestival »Nippon Connection« nur selten zu sehen. Seit rund neun Jahren wollen die Organisatoren der weltweit größten japanischen Filmschau ein abwechslungsreiches und vielfältiges Japan-Bild vermitteln.
17. April 2009, 10:36 Uhr
Eine Szene des japanischen Films »Ai no mukidashi« (Love Exposure) von Sono Sion, Beitrag des weltweit größten japanischen Filmfestivals »Nippon Connection«. (Foto: ddp-hes)

Frankfurt (ddp-hes). Kimonos und Geishas bekommen die Zuschauer beim japanischen Filmfestival »Nippon Connection« nur selten zu sehen. Seit rund neun Jahren wollen die Organisatoren der weltweit größten japanischen Filmschau ein abwechslungsreiches und vielfältiges Japan-Bild vermitteln. Seit Mittwoch locken 150 japanische Filme mit englischen Untertiteln Besucher in vier Spielstätten. Der organisierende Verein »Nippon Connection« rechnet dieses Jahr mit mehr als 16 000 Zuschauern.

Konzept des Festivals sei, das Programm so vielfältig wie möglich zu gestalten, »um Einblick in viele Bereiche des japanischen Films zu geben«, sagt Alex Zahlten von »Nippon Connection«, der die Auswahl der Filmbeiträge koordiniert. Zwar sei es leider nicht gelungen, den Film »Departures« von Yojiro Takita in die Mainmetropole zu holen, der in diesem Jahr den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewonnen hat. Der oscargekrönte Animationskurzfilm »La Maison en Petits Cubes« von Kunio Kato werde hingegen aufgeführt.

Motto des diesjährigen Festivals ist das Thema »Vermischung«. Man wolle kein starres Japanbild transportieren, sondern die Zuschauer eher verwirren. »Jeder hat eine eigene Perspektive. Die Leute sollen selbst auf Forschungsreise gehen«, erläutert Zahlten. Das Programm ist daher auch ein Sammelsurium verschiedener Themen: Der Spielfilm »Love Exposure« behandle eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung, der Dokumentarfilm »Mental« zeichne ein sozialkritisches Porträt einer psychiatrischen Klinik.

Ein Themenblock sei auch dem Sexfilm-Genre »Pink Film« gewidmet, das als Experimentierfeld junger Regisseure gelte und viele bedeutende Filmemacher hervorgebracht habe. Animations- und Trickfilme rundeten das filmische Programm ab.

Insbesondere die Karten für den international hoch gelobten Eröffnungsfilm »Tokyo Sonata«, der die Entfremdung einer Familie behandelt, seien vor Beginn des Festivals besonders gefragt gewesen, sagt Organisatorin Marion Klomfass. Das Rahmenprogramm komme bei den Besuchern ebenfalls gut an: Der japanische Tanzkurs und der Sushi-Kochkurs seien ebenfalls fast ausgebucht, erläutert sie.

Der große Erfolg des Festivals hat selbst die Veranstalter überrascht. Bei der ersten Ausgabe rechneten die Organisatoren mit rund 2000 Besuchern, am Ende sahen mehr als 8000 Menschen die japanischen Filme. Der große Besucherstrom wird laut Zahlten jedoch auch zum Problem: »Wir haben nämlich nicht viel mehr zusätzliche Räumlichkeiten.«

Zahlten erklärt sich den großen Publikumszuspruch damit, dass Hessens größte Stadt eine international geprägte Metropole sei und nach Düsseldorf die zweitgrößte japanische Gemeinde in Deutschland habe. Außerdem konkurriere »Nippon Connection« in Frankfurt nicht mit vier oder fünf anderen Filmfestivals. Nicht zuletzt das Engagement der Helfer trage zum Erfolg bei. »Es ist einzigartig in der hessischen Filmlandschaft, ein Festival dieser Größenordnung ehrenamtlich zu organisieren«, sagt Klomfass. 30 unbezahlte Mitarbeiter und 150 Helfer umfasse das Organisationsteam.

Trotz der Finanzkrise ist es den Organisatoren gelungen, das Budget in diesem Jahr mit 130 000 Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres zu halten. Wie sich die finanzielle Planung für das zehnjährige Jubiläumsfestival im kommenden Jahr gestalte, sei hingegen noch völlig offen, hieß es.



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