29. April 2008, 18:24 Uhr

Grüne Oase im Bethmannpark wiedereröffnet

Frankfurt (cf). Mit einem Fest bei strömendem Regen eröffnete Oberbürgermeisterin Petra Roth den »Chinesischen Garten« im Bethmannpark wieder. 1989 war die damals 2,9 Millionen Mark teure 4400 Quadratmeter große Anlage im Rahmen der Bundesgartenschau in der Mainmetropole angelegt worden. Zu den Gästen der Eröffnungsveranstaltung gehörten Li Hai Yan, Leiter des chinesischen Generalkonsulats Frankfurt, Stephan Heldmann, Chef des städtischen Grünflächenamtes, sowie zahlreiche Bürger aus der Nachbarschaft von Park und Garten.
29. April 2008, 18:24 Uhr
Ein Blick in den Garten und auf die – ebenfalls restaurierten – Pavillons. (Fotos: Fauerbach)

Die Kosten für die jetzige Komplettsanierung der Bauten und der Anlage fielen günstiger als erwartet aus. Der Kostenvoranschlag wurde um 35 000 Euro unterschritten. Nach Abschluss der viermonatigen Bauzeit belaufen sich die Ausgaben auf rund 485 000 Euro. Davon entfallen auf die von 18 chinesischen Facharbeitern der staatlichen »China Construction Engineering Corporation« in Peking ausgeführten Holzgewerke samt Materialkosten rund 250 000 Euro.

Der »Chinesische Garten« entspricht nach Anlage und Bepflanzung einem typischen Garten aus der chinesischen Provinz Anhui, die im Osten des Landes auf halber Höhe zwischen Peking und Kanton liegt. Die dortige Pflanzenwelt ist von ihren Klimabedingungen am ehesten vergleichbar mit dem Gartenstandort im Bethmannpark. Die Gärten in Anhui zeichnen sich durch harmonische Formen, handwerklich betonte Verwendung von Werkstoffen und Materialien sowie eine besonders reichhaltige Pflanzenauswahl aus.

Von August bis Dezember letzten Jahres rekonstruierten die chinesischen Facharbeiter, deren Firma die Pavillons einst baute, detailgetreu die gesamte morsch gewordene Holzanlage der drei Gebäude samt Pagoden. Für drei der Handwerker bedeutete dies ein Wiedersehen mit einem Garten, den sie bereits 1989 mitgestaltet hatten. Dieses Mal hatten sie nach Auskunft von Architekt Martin Beilmann sieben Seecontainer mit zum Teil vorproduzierten, nordkoreanischem Lärchenholz mit nach Deutschland gebracht. Für die Sanierung, des auf einem Hügel gegenüber dem Hauptpavillon errichteten »Pavillons im schimmernden Grün« steuerte die Messe Frankfurt GmbH 40 000 Euro bei. Michael von Zitzewitz, Vorsitzender der Messe-Geschäftsführung, kommentierte das Engagement seines Unternehmens mit den Worten: »Zum einen drückt die Messe durch ihre Unterstützung bei den Sanierungsarbeiten die tiefe Verbundenheit mit dem Heimatstandort aus. Und zum anderen ist der neue Garten ein Symbol für die engen Beziehungen zwischen Frankfurt und China, wo wir bereits seit 1987 tätig sind und inzwischen unsere größte Auslands-Tochtergesellschaft besitzen. « Komplett erneuert wurden die Dächer der drei Pavillons sowie die Holzkonstruktion der Brücke über dem Teich am Hauptpavillon. Den Garten betreten die Besucher jetzt über eine neue graue Steinbrücke, die anstelle der morschen Holzbrücke, errichtet wurde. Neu angelegt wurde die Treppenführung zum »Pavillon im schimmernden Grün«. Hinzugekommen sind auch die kleinen verstreut angeordneten Steinlaternen sowie alle Pflanzen und Büsche.

Ungeklärt bleibt vorläufig die Bedeutung der altchinesischen Schriftzeichen auf den Säulen der Pavillons. Es soll sich um poetische Texte handeln. Die Übersetzung soll nach Auskunft von Amtsleiter Heldmann direkt aus China nach Frankfurt geschickt werden.
Die Oberbürgermeisterin betonte in ihrer Rede, dass die Wiedereröffnung hervorragend zum 20-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und Guangzhou passe. Im September komme eine Delegation aus der Partnerstadt nach Frankfurt und werde als Gastgeschenk für den Garten eine »Fünf Ziegen-Skulptur«, das Wahrzeichen Guangzhous mitbringen.
Begleitet wurde die feierliche Wiedereröffnung des Gartens von einigen Demonstranten der Regionalgruppe der »Tibet Initiative Frankfurt« mit Tibetfahnen vor dem »Pavillon im schimmernden Grün«.



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