01. September 2014, 11:58 Uhr

Zwischen gluckernden Bächen und sagenhaften Abenteuern

Ich gestehe: Ich und Wandern – das ist in etwa so wie die klassische »Kuh beim Kräppelbacken« – eingeborene Oberhessen werden an dieser Stelle wissen, was gemeint ist. Weshalb ausgerechnet ich dann einen Wanderweg empfehle?
01. September 2014, 11:58 Uhr
Abenteuer für alle: den Bach auf großen Trittsteinen überqueren. (Foto: Kerstin Schneider)

Weil ich schon so viele Lobeshymnen darüber gehört habe, dass ich dachte, wirf die liebevoll gepflegten Vorurteile doch einfach mal über Bord und schaue selbst nach. Also die gedankliche Ausgangsbasis war klar: Früher war Wandern für mich nur spießig und für Menschen mit dicken Stullen in karierten Taschentüchern. Dann wurde es plötzlich hip und jeder sauste in Superfunktionskleidung auf irgendwelchen Steigen herum, von denen die Welt vorher nie gehört hatte. Nun also Genusswandern – das könnte was für mich sein, so mein spontaner Gedanke.

Und für solcherlei Wandervögel bietet die Sagenhafte (und mit Preisen ausgezeichnete!) Schächerbachtour bei Homberg/Ohm wirklich beste Voraussetzungen, zumal sie eines schon mal ist; nämlich leicht und »sanft« – und für Entdecker. Und Letzteres ist – ausnahmsweise – mal nicht übertrieben. Bietet die Tour doch auf neun Kilometern so viel für alle Sinne, dass es nicht mal für Kinder langweilig wird.

Ausflugstipp des Tages

Sie trotten ja sonst gern mal lustlos wanderfreudigen Eltern hinterher, um dann maulend auf den letzten Kilometern ganz zu streiken. Das wird diesmal garantiert nicht passieren. Die Kids werden spätestens munter, wenn sich sagenumwobene Teiche auftun oder auf Trittsteinen mutig über den Bach balanciert wird – das kann kein noch so tolles Computerspiel bieten.

Zudem können alle ein Eisenbahnviadukt bestaunen, alte Brunnen, einen Steinbruch, ein Naturkneippbad nehmen – geht noch mehr? Wohl kaum. Es geht im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein, durch Wald und Flur – durch Buchenwald, an einem alten Mühlrad vorbei, an einem Waldspielplatz, über Wiesen an den Herrnteich und zum sagenumwobenen Goldborn, wo man einen Schluck vom leckeren Quellwasser nehmen kann. Weiter geht es zum Waldteich Jungfernloch mit Verweis auf die alte Sage und zum Schwarzen Meer.

Unterwegs kann man immer wieder formidabel den Blick in die Ferne schweifen lassen, wenn man nicht gerade wilden Gedanken an frühere Räuberhorden nachhängt oder an den keltischen Ring, der am Wegesrand entdeckt wurde. Einkehren lässt es sich auch unterwegs, zudem laden Bänke zu Verschnaufpausen ein. (ks)

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Wissenswertes

Einstieg in die Tour am besten an der historischen Hainmühle oder am Stadthallenplatz unterhalb der historischen Altstadt von Homberg/Ohm. Festes Schuhwerk wird empfohlen, denn die Wege sind meist naturbelassen.

Gastronomie: Hainmühle (April bis Oktober ab 11 Uhr, kein Ruhetag), Pletschmühle (April-Dez. Di-Sa ab 18 Uhr, Jan-März Fr. u. Sa ab 18 Uhr), Café Rocco am Seniorenzentrum (ganzjährig 8-20 Uhr), Hotel Frankfurter Hof (durchgehend geöffnet).

Rasten kann man unterwegs im Naherholungsgebiet Buchholzbrücke mit Spielplatz, am Goldborn und am Schwarzen Meer.

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