02. Oktober 2013, 10:54 Uhr

Ausgesprochen Henni 5

Hendrik »Henni« Nachtsheim über seine Führerscheinprüfung, schwedische Pornodarsteller und den Paten.
02. Oktober 2013, 10:54 Uhr

Hallo Herr Nachtsheim, dürfte ich freundlichst danach fragen, was Sie am Samstag gegen 19.11 Uhr gemacht haben?

Henni: »Ich habe auf der Bühne der Dieburger Römerhalle gestanden, Soundcheck gemacht und dabei, sehr zum Missfallen meines Technikers, ein Käsebrötchen gegessen!«

Ich hatte nämlich zu dieser Zeit einen durch Mark und Bein gehenden Urschrei vernommen und war mir sicher, dass er nur von Ihnen stammen konnte.

Henni: »Nein, das war ich nicht. Und Sie hätten es aufgrund des Brötchenanteils in meinem Mund auch nicht wirklich hören können! Zumal es sehr üppig belegt war – und mir gerade einfällt, dass ich parallel dazu noch eine Banane gegessen habe. Plus Apfelstrudel!«

Dass dieser Jansen aber auch noch zum 2:2 für den Hamburger SV getroffen hat, war schon ärgerlich für die Frankfurter Eintracht. Aber war sie nicht auch ein wenig selbst daran schuld?

Henni: »Sie waren sich zu früh zu sicher. Ich kenn das von meiner ersten Führerscheinprüfung. Als ich damals gesehen habe, dass es nur noch ein paar Hundert Meter zum Fahrschulgebäude waren, habe ich Vollgas gegeben und dabei die Arme hochgerissen. Was laut Aussage des hysterisch schreienden Prüfers anscheinend auch zu früh war.«

Die SGE wirkte die letzten 20 Minuten ein bisschen platt. Müssen wir doch eine Belastungsdebatte führen?

Henni: »Wir reden zu früh zu viel davon. Ich versuche es mit einem Beispiel aus unserem Badesalz-Leben: Als wir immer bekannter wurden, häuften sich aufgrund der ausverkauften Hallen die Zusatzauftritte. Was uns unglaublich stolz machte. Blöderweise häuften sich in unserem Umfeld aber auch schnell die Bemerkungen, dass man so viele Auftritte ja gar nicht packen kann, weil es auf Dauer zu anstrengend sei. Irgendwann haben wir es geglaubt und plötzlich rumgejammert. Bis wir dann doch die Kurve gekriegt und begriffen haben, dass diese Vielverpflichtungen vor allem ein großes Geschenk waren!«

Besteht die Gefahr, dass es einen spielerischen Knacks gibt, wenn der Erfolg oft so knapp verpasst wird?

Henni: »Es gibt dazu einen schönen Satz von Thomas Alva Edison, u. a. dem Erfinder der Glühbirne: Der sicherste Weg zum Erfolg ist immer, es noch einmal zu versuchen. Ich bin sicher, dass Armin Veh das genauso sieht und auch vermitteln kann!«

Wir haben ihn erst einmal machen lassen, aber jetzt möchten wir schon mal wissen, wie Ihnen Neuzugang Vaclav Kadlec gefällt?

Henni: »Ich finde, er macht das super. Läuft viel, ist torgefährlich und scheint, was man so hört, auch sprachlich Fortschritte zu machen. Was nicht einfach ist bei seiner Muttersprache. Wobei mir gerade ein Witz dazu einfällt.«

Dann bitte!

Henni: »Kommt ein Tscheche zum Augenarzt. Der hält ihm die Buchstabentafel vor, auf der steht ›C Z W X N Q Y S T A C Z‹ und fragt ihn: ›Können Sie das lesen?› ›Nicht nur das‹, ruft der Tscheche erstaunt aus, ›ich kenne den Kerl!‹«

Ist der von Ihnen?

Henni: »Nein, Gott sei Dank nicht!«

Apropos gefallen: Ich weiß nicht, ob Sie sich zur Wahl äußern möchten, aber Gelb ist momentan nicht gefragt: Eintracht Braunschweig einsam und verlassen am Tabellenende. Aber was haben denn Hamburg, Freiburg und Schalke dort unten in der Tabelle zu suchen?

Henni: »Was sie dort suchen, ist mir egal. Ich freue mich generell über alle Mannschaften hinter uns!«

Apropos suchen: »Wer mich kauft, kauft einen Ferrari. Wer einen Ferrari hat, tankt Super, fährt auf die Autobahn und gibt Vollgas. Guardiola hat Diesel getankt und eine Tour ins Grüne gemacht. Hätte er sich gleich einen Fiat kaufen sollen.« Von wem könnte das Zitat stammen?

Henni: »Genau weiß ich es nicht, aber nach einem Vorsitzenden eines Pep-Guardiola-Fan-Clubs klingt es nicht!«

Es war Zlatan Ibrahimovic, der den neuen Bayern-Trainer als jemanden bezeichnet, der »keine Eier hat«. Zum Verständnis, der Schwede war 2009/10 unter Guardiola beim FC Barcelona abgemeldet. Könnten Sie sich Ibrahimovic bei der Eintracht vorstellen?

Henni: »Nein, ich habe mit Schweden bislang nur schlechte Erfahrungen gemacht. Ein schwedischer Pornodarsteller hat mir seinerzeit die Freundin ausgespannt, und mein letzter IKEA-Tisch hatte nur drei Beine! Außerdem finde ich ihn unsympathisch.«

Es gibt einfach Personen, die sind in Frankfurt nicht vorstellbar. Zum Beispiel Lothar Matthäus. Stimmt’s?

Henni: »Ja, Matthäus darf nie zu uns kommen. Er hat die Karriere von Jürgen Grabowski per üblem Foul beendet und sich nie dafür bei ihm entschuldigt. Außerdem hat er noch Harry Karger, unseren ›Schädel-Harry‹, zum Sport-Invaliden getreten! Das wird die Eintracht-Familie nicht vergessen. Sollte er trotzdem mal hier auftauchen und sich ins Gespräch bringen, werden wir ihm ›ein Angebot‹ machen, das er nicht ablehnen kann. Sie verstehen?«

Ja, ich habe »Der Pate« auf DVD! ... Wieso schauen Sie mich eigentlich gerade so komisch an?

Henni: »Nur so, Herr Herteux, nur so.«     (htr)



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