22. September 2013, 20:28 Uhr

Sonntag - angekommen: Jetzt geht’s erst richtig los

So, wer denkt, morgen (Montag) wäre alles vorbei, täuscht sich. Morgen geht es erst richtig los. Wenn wir unseren Job erledigt, also unsere Stimmen abgegeben haben, wenn sie alle gezählt wurden, dann machen die Politiker die wirklich spannenden Dinge unter sich aus.
22. September 2013, 20:28 Uhr

Die meisten Parteien sind dann allerdings raus aus dem Spiel, kassieren nur, wenn sie eine gewisse Prozentzahl an Stimmen bekommen haben, noch eine feine Wahlkampfkostenerstattung. Ansonsten sind sie nur noch Zaungäste – wie wir. Gemeinsam schauen wir zu, wie Koalitionen gebildet werden, eine in Hessen und eine im Bund. Wirklich zum Zuge kommen dabei nur wenige, vielleicht sogar nur jeweils zwei Parteien. Aber Gesprächen »verschließen« wird sich keine Seite. Ist doch klar, denn wer wäre nicht mal gerne dabei, wenn ein Koalitionspapier ausgearbeitet wird und – natürlich erst gaaaanz am Ende – die Posten vergeben werden.

Minister – das wäre was. Gregor Gysi glaubt zwar »keine Sekunde«, dass er nach der Wahl ein Ressort leiten wird. Aber wenn ihn, sagen wir mal, ein Herr ... Stopp, das wäre unfair. Denn der Herr hat ja schon vorher nein gesagt. Aber sagen wir, wenn ihn, also Gysi, eine Person X fragen würde, dann könnte er sich das vielleicht doch vorstellen. Aber selbstverständlich erst dann, wenn die Sachfragen geklärt sind. Versteht sich doch von selbst.

Tja, kann sein, dass in den nächsten Wochen mancher Traum zerplatzt, Karrieren zu Ende gehen und neue gestartet werden. Vielleicht verändert sich aber auch nicht viel. Wenn man nicht gerade Merkel heißt, dann weiß man als Politiker nie so genau, was die Zukunft bringt. Die Kanzlerin hat, wie es aussieht, noch vier Jahre Kündigungsfrist. Aber die anderen, die ambitioniert sind, die können ganz schnell nicht mehr ministrabel sein und auf den hintersten Parlamentsbänken landen.

Eine überregionale Tageszeitung druckte am Freitag eine Karikatur ab, auf der Philipp Rösler und Jürgen Trittin zu sehen waren. Sie standen vor einem Aushang mit Stellenanzeigen, schauten aber »nur mal so, interessehalber«. Arbeitslos werden sie ja auch sicher nicht werden. Aber ob’s für einen Platz neben der Kanzlerin/neben dem Kanzler reichen wird? Also, wenn ich die Minister direkt wählen könnte, dann... Nein, ich schreib’s nicht, bestellen sonst am Montag eine Menge Leute die Zeitung ab.

Ist ganz gut, dass wir ab heute Abend raus sind aus dem Spiel. Wir können uns jetzt entspannt zurücklehnen und dabei zuschauen, wie sich alle Gesprächen »nicht verschließen«, nur wenige die Wortführer sind und manche gar nicht erst gefragt werden. bb



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