20. April 2010, 20:50 Uhr

Neuer Intendant des Landestheaters Marburg stellt Spielplan vor

Gleich mit einem dreitägigen Festival startet der neue Intendant des Hessischen Landestheaters Marburg, Matthias Faltz, in die Spielzeit 2010/11.
20. April 2010, 20:50 Uhr
Matthias Faltz stellt den Spielplan im Marburger Rathaus vor. (Foto: man)

Faltz löst den 64-jährigen Ekkehard Dennewitz ab, der seit 19 Jahren die Schauspielbühne erfolgreich geleitet hat und sich nun in den Ruhestand verabschiedet. Mit den Premieren von Shakespeares Klassiker »Hamlet« (17. September) und dem Kultstück »The Black Rider« (18. September) von Tom Waits, Robert Wilson und William S. Burroughs will der 49-Jährige gleich zu Beginn ein kräftiges Ausrufezeichen setzen und dann die Zuschauer mitnehmen auf ein Experiment der besonderen Art. Unter dem Motto »Theater in der Finsternis« sollen sie Shakespeares »Sturm« in absoluter Dunkelheit erleben (19. September).

Mit 13 Premieren und vier Neuproduktionen in der eigens geschaffenen Sparte »Junges Theater« will Faltz die Neugier des Publikums in der Universitätsstadt wecken. Dazu hat er etliche Gastspiele gebucht und Übernahmen vom Jungen Staatstheater Wiesbaden eingeplant, dessen Leiter er seit der Spielzeit 2004/2005 war. Aus dieser Zeit kennt er den Musikdramaturgen Bodo Busse, der nun ebenfalls Intendant am Landestheater Coburg wird. Gemeinsam wollen sie Kosten sparen: Im Rahmen eines Austauschgastspiels kommen die Marburger in den Genuss des Musicals »Evita«, im Gegenzug zeigt das Hessische Landestheater dort eine Schauspielproduktion. Auch für weitere Inszenierungen hat sich Faltz Kooperationspartner gesucht. So soll die Zusammenarbeit mit der Hessischen Theaterakademie, dessen Präsident Heiner Goebbels ist, und den Studenten der Angewandten Theaterwissenschaften in Gießen intensiviert werden.

Natürlich bringt Faltz, der neben »Black Rider« noch Molières »Don Juan« als Freilichtspektakel auf dem Marktplatz im Juni 2011 inszenieren wird, auch einige Schauspieler aus Wiesbaden mit. Insgesamt wurde das Ensemble auf 19 fest engagierte Darsteller aufgestockt, davon wurden sieben vom altbekannten Team übernommen. Auch die Dramaturgie - teilweise in neuen Funktionen - kann bleiben. Neuer Chefdramaturg wird Alexander Leiffheidt, der zurzeit noch in London arbeitet und wegen des eingeschränkten Flugverkehrs nicht zur gestrigen Pressekonferenz im Marburger Rathaus erscheinen konnte. Dafür stellte sich die Stellvertreterin des Intendanten, Dr. Christine Tretow, vor, die den neu geschaffenen Posten der Direktorin für Organisation und Marketing übernimmt.

In dem vielfältigen Kaleidoskop an Premieren trifft man auf geläufige Stücke wie »Die schmutzigen Hände« von Satre (11. Dezember), »Effi Briest« nach dem Roman von Theodor Fontane (17. Oktober) und »Baal«, dessen Premiere am 16. April 2011 eine Reihe von Brecht-Inszenierungen einläuten wird. Es gilt aber auch, Neues und weniger Bekanntes zu entdecken: »Wir sind immer oben« (30. Oktober) des jungen Autors Dirk Laucke, »Der Selbstmörder« (6. November), eine satirische Komödie nach Nikolaj R. Erdmann, oder Franz Fühmanns »Prometheus. Die Titanenschlacht« (25. Februar 2011). Die Musik spielt eine wichtige Rolle in Tom Stoppards »Every good boy deserves favour« (13. Mai 2011) und in Lars Reichows Liederabend »Nacht und Träume - Musik im Licht der Dunkelheit«. man

(Informationen ab sofort im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.theater-marburg.de" text="www.theater-marburg.de" class="more"%>)

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