28. August 2015, 12:49 Uhr

Ausgesprochen Henni

(htr) Hendrik "Henni" Nachtsheim über die Vorzüge Frankfurts für Kevin Großkreutz, Trillerpfeifen im Bett und weichgebabbelte Scheichs.
28. August 2015, 12:49 Uhr

1:1 gegen eine Mannschaft, die in der Europa League spielt, hört sich erst einmal ganz gut an. 1:1 im eigenen Stadion gegen Augsburg hört sich ... wie an? Auf geht’s, Sie sind dran, Herr Nachtsheim:

Henni: Es hört sich nach Punkteteilung an, was erst mal nicht schlimm ist. Bei näherer Betrachtung war es aber ein sehr glücklicher und vor allem unverdienter Punktgewinn, was dann doch einen eher schalen Geschmack hinterlassen hat. Ein bisschen, wie wenn man sich aufs Essengehen mit Freunden freut, aber nachher beim Aufstoßen denkt, man wäre besser zu Hause geblieben.

Natürlich ist es noch früh in der Saison. Aber das gute Spiel und die knappe Niederlage in Wolfsburg haben nun mal bei den Fans so manche Begehrlichkeit geweckt.

Henni:  Ja, wobei wir uns nach der Niederlage dort wohler gefühlt haben als nach dem Unentschieden daheim. Was zumindest keine weiteren Begehrlichkeiten ausgelöst haben dürfte.

Apropos Begehrlichkeiten: Das kommt einem manchmal mit der Eintracht so vor, als wenn der Partner nach dem Vorspiel vorzeitig abpfeift und sagt: Das Spiel ist aus.

Henni:  Ich hatte bislang noch keine Partnerinnen, die mit Trillerpfeife im Bett liegen, aber wenn Sie es sagen, dann ist es wohl so!

Dabei besaß die Eintracht durchaus ein optisches Übergewicht, allerdings hat sie mit 11:13 weniger Torschüsse abgegeben als Augsburg? Woran krankt’s?

Henni: Wahrscheinlich liegt es daran, dass dir so was meistens nichts bringt. Wenn ein Zwei-Zentner-Typ am Tisch sitzt, besitzt er auch »optisches Übergewicht«, und wenn er dazu auch noch mehr labert als alle anderen, verfügt er zudem auch noch über den höchsten Redeanteil. Wenn aber dann ein dünnes Männchen daneben sitzt, das nur das Nötigste sagt, dafür aber superschlau ist, nutzt dem Watz seine vermeintliche Überpräsenz auch nichts, weil es noch lange kein Indiz für Qualität ist! Genau genommen war Augsburg das dünne Männchen.

Wenn der Gegner im Prinzip nur auf den nächsten Fehlpass warten muss, ist es mit dem überraschenden Moment nicht weit her. Selbst Trainer Armin Veh sagte: »So viele Fehlpässe habe ich vorher in acht Wochen nicht gesehen.« Und Sportdirektor Bruno Hübner hat eine »Übermotivation« ausgemacht. Vielleicht ist mein Begehrlichkeits-Vergleich doch gar nicht so schlecht?

Henni: »Ja, aber vielleicht war es auch einfach nur, was man »einen rabenschwarzen Tag« nennt. An dem nichts geht, an dem die Spieler nicht nur Knoten in den Beinen, sondern auch im Gehirn haben, an dem sie Pässe über einen Meter schon an die Leistungsgrenze ihrer mentalen Fähigkeiten bringen und man dann auch gerne mal so einen Suizid-Rückpass spielt wie Reinartz.

Abrupter Wechsel: Vermissen Sie Marc Stendera und Alexander Meier? Oder auch Sonny Kittel?

Henni: »Vermissen wäre übertrieben. Aber mit der Auftragskiller-Mentalität eines Carlo Zambrano kannst du zwar einiges verhindern, für die spielerischen Gourmet-Häppchen brauchst du aber schon Feinmechaniker wie zum Beispiel Stendera.

Weiter mit Personalien: Die Neuzugänge Stefan Reinartz und Lukas Hradecky haben bislang angenehm überrascht. Stimmt’s?

Henni: »Ja, vor allem unsere finnische Krake stimmt mich zuversichtlich! Außerdem sieht er zum Glück nicht ganz so gut aus wie Kevin Trapp, was positiverweise zur Folge hat, dass sich nicht alle Frauen in meinem Umfeld sofort vor Rührung weinend in den Armen liegen, sobald er mal einen Ball hält.

Außerdem ist sein Name auch nicht ganz so sexy, oder?

Henni: »Ob jetzt Kevin Trapp wirklich sexy klingt, weiß ich nicht. Wenn ich es aber richtig verstanden habe, spricht man seinen finnischen Nachnamen so ähnlich aus wie »Radetzky«! Da bietet es sich doch geradezu an, dass wenn der Stadionsprecher »Mit der Nummer 1 Lukas…?« ruft, das ganze Stadion den Radetzky-Marsch summt!

Jetzt fehlt Reinartz nur noch ein starker Partner, um Struktur in das Mittelfeld zu bringen. Gibt es den in den eigenen Reihen oder soll die Eintracht noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden?

Henni: Logisch ... zumal man munkelt, dass Kevin de Bruyne Wolfsburg verlassen will.

Apropos Transfermarkt: Weltmeister Kevin Großkreutz war ein paar Tage lang als Eintracht-Neuzugang im Gespräch. Was ist Ihnen da so durch den Kopf gegangen?

Henni: Dass er hier eigentlich beste Voraussetzungen vorgefunden hätte. Es gibt nicht nur massenhaft Hotels in Frankfurt, sondern auch noch jede Menge Dönerbuden. Ich bin sicher, er hätte sich wohlgefühlt!

Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing sagte am Samstag bei Sky: »Ich glaube, dass Kevin Großkreutz noch nicht in unsere Finanzen reingepasst hat.« Was mich viel mehr interessieren würde, was könnte Steubing mit »noch nicht« gemeint haben?

Henni: So genau weiß ich das auch nicht. Aber vielleicht hat er ja im Rahmen seiner Finanzgeschäfte irgendeinen gestopften Scheich so weichgebabbelt, dass der irgendwann aus Verzweiflung versprochen hat, die Eintracht zu kaufen, damit er danach seine Ruhe hat!

Ja genau, vielleicht ist da ja ein neuer Großsponsor im Anmarsch ... Auf alle Fälle: Die Eintracht hat einen Punkt mehr auf dem Konto als Mönchengladbach. Man kann es auch positiv sehen.

Henni: Unbedingt! Zumal sie nicht nur besser platziert ist als Gladbach, sondern auch als Eddersheim in der Verbandsliga Mitte!

Der nächste Eintracht-Gastgeber VfB Stuttgart hat ebenfalls noch keinen Punkt. Wir sind uns doch einig, dass das so bleiben soll ...

Henni: Ja, und ich glaube auch nicht, dass es diesmal wieder so sein wird wie in der Vergangenheit, als die Eintracht gegen Kellerkinder fast schon traditionell verloren hat. Ich bin sogar sicher, dass es diesmal besser laufen wird!

Was ist denn mit Ihrer Nase?

Henni: Was soll denn damit sein?

Die wächst plötzlich…

Henni: Egal, ich muss jetzt weg. Tschüss Herr Herteux!

Tschüss Herr Nachts … Autsch, jetzt ist er mit der Nase im Türrahmen hängen geblieben.

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