05. März 2015, 16:15 Uhr

Ausgesprochen Henni

Hendrik »Henni« Nachtsheim über seine Wünsche für Sepp Blatter, eine Vertragsverlängerung für Alex Meier bis 2055 und willige Handkäs-Sklaven.
05. März 2015, 16:15 Uhr

Hallo Herr Nachtsheim, eine Meldung aus der Fußball-Welt hat in den letzten Tagen sogar die Nachrichtensendungen beschäftigt. Die WM 2022 soll im November/Dezember, also quasi unterm Weihnachtsbaum stattfinden. Was halten Sie davon?

Henni: »Als Fußball-Konsument werde ich mich darauf einstellen können, auch weil ich mehr der ›Mit-Freunden-im-Wohnzimmer-Gucker‹ bin. Aber für Fans des Public Viewing ist es blöd. Dass es den europäischen Vereinen nicht schmeckt ist klar, aber sie werden damit zurechtkommen müssen und das auch schaffen. Am bittersten ist aber, dass es vor allem ein Sieg Sepp Blatters ist, mit deutlich mehr Leuten auf der Verlierer- als auf der Gewinnerseite. Ich hätte ihm von Herzen gewünscht, dass er damit scheitert!«

Natürlich gehen jetzt alle mit ihren Ideen hausieren. DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig will auf das Achtelfinale verzichten, damit die WM verkürzt werden kann. Ich würde die WM 2014 als Basis heranziehen und 2022 wegen aufziehender Sandstürme auf Vor- und Finalrunde verzichten. Unser fünfter Stern wäre perfekt!!! Haben Sie auch eine Idee?

Henni: »Selbst wenn … Ihre ist definitiv nicht zu toppen. Sportlich jetzt nicht ganz so interessant, aber von der Effizienz her spitze!«

Denkbar wäre auch, die WM im Jeder-gegen-jeden-Modus auszutragen. Dann hätten wir zwei Jahre lang WM, Dauer-Public-Viewing – und alle Probleme dieser Welt wären vom Tisch.

Henni: »Herr Herteux, ich weiß, dass es mich nichts angeht, aber wenn Sie ein Alkoholproblem haben sollten, dann gibt es dafür sehr diskrete Beratungsstellen und Einrichtungen.«

Als Entschädigung sollten die Winterspiele 2022 in den Sommer verlegt werden. Skispringen, Eiskunstlauf und Eishockey, dabei Grillen im Garten mit Freunden, was für eine Freude. Und in den Werbepausen könnten wir noch schnell den Rasen mähen.

Henni: »Und für Drogenprobleme gibt es die natürlich auch!«

Schon gut. 2022 liegt in ferner Zukunft, heute ist 2015. Haben Sie eine Erklärung dafür, dass in letzter Zeit so viele Tore in den Bundesliga-Spielen fallen?

Henni: »Gott sei Dank, eine normale Frage! Ja, das ist mir auch schon aufgefallen und ich vermute, dass es zurzeit einfach mehr gute Stürmer als gute Abwehrspieler gibt. Was übrigens belegt, dass unsere Eintracht schon so was wie ein echter Trendsetter ist!«

Die Frankfurter Eintracht ohne Alexander Meier, das ist doch in diesen Tagen, erst recht nach dem 2:1 über Hamburg, überhaupt nicht vorstellbar.

Henni: »Das stimmt, ohne ihn geht nichts! Deshalb bin ich auch dafür, dass man seinen Vertrag vorzeitig bis 2055 verlängert. Er ist dann zwar über 70, aber was soll’s?«

Mit 16 Toren hat der 32-Jährige seinen persönlichen Rekord aus der Saison 2012/13 eingestellt. Und ist damit erfolgreichster Stürmer der Bundesliga. Der Münchner Arjen Robben mit 17 Toren ist ja kein Stürmer.

Henni: »Ja, es gibt viele Möglichkeiten, sich das Leben schön zu reden! Die hier ist jedenfalls auch nicht schlecht!«

Ein anderer wichtiger Spieler, nämlich Stefan Aigner, ist nach seiner Auswechslung fuchsteufelswild geworden und hat eine Wasserflasche durch die Gegend getreten. Als Wiedergutmachung will Aigner die Mannschaft zum Leberkäs-Essen einladen. Wie finden Sie das?

Henni: »Was bitte schön ist so toll an Leberkäse? Reicht das bei Ihnen auch aus, um sich zu entschuldigen? Nein, ich bin eher so der willige Handkäs-Sklave! Wenn man mir den mit frischem Brot und Butter serviert, mache ich im Prinzip alles!«

Die Fußball-Regelhüter haben sich am Wochenende in Nordirland gegen Neuerungen bei der Dreifachbestrafung und dem Videobeweis ausgesprochen. Haben Sie was anderes erwartet?

Henni: »So weit ich weiß, ist das Thema noch nicht ganz durch, sodass es noch einen Hoffnungsschimmer für die Gegner dieser Regelung gibt. Ich würde mich aber nicht wundern, wenn alles so bleibt wie es ist. Warum sollte die FIFA auf einmal eine milde Seite zeigen und dem Fußball was Gutes tun wollen? Dracula hat ja auch nicht irgendwann angefangen, Blut zu spenden.«

Seit 129 Jahren wacht das sogenannte International Football Association Board über die Fußball-Regeln. Ist es denkbar, dass in diesem Gremium noch nie das Personal ausgetauscht wurde?

Henni: »Ja, wobei tatsächlich sogar Leute mit abstimmen dürfen, die bereits vor Jahren verstorben sind. Was den Erneuerungsprozess auch etwas schwierig macht.«

Der einzige Beschluss, der am Wochenende gefasst wurde: das Grab des 1932 gestorbenen Elfmeter-Erfinders William McCrum wird restauriert. Denen ist wohl das Hemd näher als der Rock.

Henni: »Mag sein. Aber dass der neue Grabstein 7,32 m breit und 2,44 m hoch sein soll und damit exakt den Maßen eines Fußballtores entspricht, hat schon wieder was. Am besten aber gefällt mir, dass man in Zukunft Blumen nur noch aus elf Metern Abstand aufs Grab werfen darf!«

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