28. März 2018, 10:12 Uhr

Tatort Wetterau

Direkt vor der Haustür, in der eigentlich beschaulichen Wetterau ermittelt Kommissar Kalli Wetz. Erschaffen hat ihn Kreispressesprecher Michael Elsaß. Im neuen Krimi sucht Wetz den Täter, der für den »Tod im Labor« verantwortlich ist. Tatort diesmal: Bad Vilbel.
28. März 2018, 10:12 Uhr

Lokalkrimis erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie veröffentlichen bereits Ihren dritten Krimi. Hätten Sie anfangs mit diesem Erfolg gerechnet?

Michael Elsaß: Lokalkrimis sind ja schon seit einigen Jahren sehr gefragt. Insofern habe ich schon erwartet, dass ein Wetterauer Kommissar auch sein Publikum findet.

Sie sind seit Jahren Pressesprecher beim Wetteraukreis. Wann kamen Sie erstmals auf die Idee, ein Buch zu schreiben?

Elsaß : Die Idee hatte ich schon sehr lange. Schreiben ist ja mein Beruf und das mache ich auch sehr gerne. Ich wollte einfach mal ausprobieren, ob ich den Atem habe, einen so langen Text zu schreiben. Das hat mir dann sehr viel Spaß gemacht. Ich bin ja ein begeisterter Leser. Immer wenn ich die letzte Seite eines Buches erreiche – zumindest wenn es sich um ein gutes Buch handelt – kommt so ein Gefühl der Leere. Man ist traurig, dass das Lesevergnügen schon vorbei ist. Beim Schreiben kann ich selbst das Ende bestimmen.

Thematisch sind Ihre Bücher vielseitig. Ein Wanderführer ist dabei. Kam Ihnen die Idee zum Wetterau-Krimi beim Wandern?

Elsaß: Ich habe überlegt, was ich denn schreiben könnte. Ich finde, ein Krimi ist einfach gut geeignet, andere Geschichten zu transportieren. Die konkrete Idee kam durch die teils heftig geführten Diskussionen um Windräder. Jeder sieht ihre Notwendigkeit ein, nur eben nicht da, wo sie ins eigene Blickfeld geraten könnten.

Das Böse spielt also mitten in der eigentlich beschaulichen Wetterau. Wie gehen Sie bei der Recherche vor?

Elsaß: Na ja, zuerst kommt erst mal der Plot. Also im Groben das Handlungsgeschehen. Dann werden die Figuren hinzugefügt. Ich stelle mir das dann immer sehr genau vor, versuche in die verschiedenen

Rollen zu schlüpfen und so die Handlung voranzubringen.

Ihre Figuren entwickeln sich weiter. Kommissar Wetz hatte Eheprobleme, ihm hilft sein bester Freund. Wie behalten Sie den Überblick über das »Leben« Ihrer Figuren?

Elsaß: So viele Figuren sind es ja nicht und bei den wichtigsten Protagonisten sehe ich ja hinter der Romanfigur noch etwas anderes, das mir immer präsent ist. So gesehen ist das also nicht so schwer.

Welche Reaktionen bekommen Sie vom Wetterauer Publikum?

Elsaß: Die Menschen, die zu Lesungen kommen, sind meistens wohlgesinnt. Da kommt keine negative Kritik. Viele wollen wissen, wie es weitergeht. Ich freue mich, wenn die Zuhörer sagen, sie haben sich die Figuren so vorgestellt, wie ich sie interpretiere.

Wird Kommissar Wetz weiter ermitteln?

Elsaß: Der Schluss von »Tod im Labor« legt es ja nahe, Kallis bester Freud ist in arger Bedrängnis. Da kann ich ihn doch nicht alleine lassen. Allerdings wird das noch ein bisschen dauern. Ich arbeite zurzeit an einem Fahrradwanderführer für die Wetterau, er soll im Niddataler Morlant Verlag demnächst erscheinen, da ist aber noch viel Arbeit zu leisten. Sabine Bornemann

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