28. August 2018, 10:12 Uhr

Eine Erfolgsgeschichte

Egal ob Krimi oder Gesellschaftskritik, politisches Sachbuch oder Balladen – Auch die 14. Auflage von »Friedberg lässt lesen« bietet ein facettenreiches Programm. Ein Interview mit den beiden Organisatoren Andreas Matlé und Frederike Herrmann.
28. August 2018, 10:12 Uhr

Frederike Herrmann huscht durch »ihre« Buchhandlung Bindernagel in Friedberg, Andreas Matlé, Pressesprecher der Ovag, kommt hinzu – man merkt sofort: Diese beiden verstehen sich. Und das ist gut so, denn gemeinsam organisieren sie in diesem Jahr bereits zum 14. Mal die Veranstaltungsreihe »Friedberg lässt lesen«, die am 11. September beginnt und bis 5. Juni dauert.

Mittlerweile steht die 14. Saison von »Friedberg lässt lesen« an. Wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Frederike Herrmann: Die Buchhandlung Bindernagel hat eigentlich schon immer Lesungen gemacht, vor allem mein Vater, der als gelernter Schauspieler zwar irgendwann Buchhändler geworden war, dem Lesungen aus diesem Hintergrund heraus aber immer ein besonderes Anliegen waren.

Andreas Matlé: Er kam vor 15 Jahren zu mir und hat sich beklagt, dass zu Eva Menasse nur 50 Leute gekommen waren. Dann habe ich gesagt, man müsste eine Serie daraus machen, die man ganzjährig bewerben kann. Da war er sofort dabei. Zunächst waren wir zu zweit, dann kamen die Stadt Friedberg und die Sparkasse Oberhessen dazu. Nun haben wir starke Partner.

Wie läuft die Zusammenarbeit konkret ab?

Matlé: Wir beide setzen uns Anfang des Jahres zusammen und tauschen unsere Ideen aus. In der Regel kommt noch die Stadtbibliothek dazu und dann ist es ein relativ langer Prozess von Februar bis Mai, in dem man sich immer wieder austauscht, sodass man nicht zu viele Lesungen in einen Monat hat, nicht drei Krimis hintereinander oder nur Männer. Das ist etwas kompliziert, als ob man ein Mosaik zusammensetzt.

Wie sieht Ihr Konzept aus?

Herrmann: Wir wollen Nischen besetzen, sowohl was Regionalität, Alter, aber auch Themen angeht. Beispielsweise haben wir jetzt eine Lesung eines Buches von einer Verlegerin aus der Wetterau. Das ist ein Ein-Frau-Verlag, die eine wiederaufgelegte Biografie von einer ganz bemerkenswerten Autorin herausgebracht hat, dem wir im Frühjahr dann Raum geben werden. In der Woche der unabhängigen Buchhandlungen wird Andreas Maier an drei Abenden kommen und seine Kolumnen vollständig lesen. Das ist daraus entstanden, dass ich ihn einfach mal hier haben wollte und es wegen der Kapazität auf drei Abende verteilt habe.

Matlé: Ansonsten haben wir die klassische, moderne Literatur, auch immer mal wieder Schauspieler, die ein eigenes Buch geschrieben haben oder andere Autoren lesen. Aber auch Sachbücher sind wichtig, ebenso wie Gesellschaftspolitik wie bei Renate Künast und Thea Dorn.

Warum gehen Ihrer Meinung nach überhaupt Menschen zu einer Lesung?

Herrmann: Es ist das Plus, dass man den, der das Buch geschrieben hat, auch zu Gesicht bekommt. Es ist normalerweise auch so, dass man im Anschluss Fragen stellen kann oder der Autor etwas von sich und dem Buch erzählt, was dann meist ein sehr schönes Ende des Abends gibt.

Was sind die Höhepunkte im aktuellen Programm?

Herrmann: Ich freue mich natürlich extrem auf die Veranstaltungen, die hier in der Buchhandlung stattfinden werden, denn die habe ich selbst ausgesucht. Dann freue ich mich auf die Eröffnung, bei der mein Bruder Mathias Herrmann zusammen mit Hannes Schäfer sich den Balladen widmen wird. Auch Renate Künast und ihr Buch über Hass im Netz finde ich sehr spannend. Und dann geht es immer so weiter (lacht). Eigentlich freue ich mich auf alles.

Matlé: Was ich immer besonders gut finde, wenn man zur Lesung noch etwas draufsetzt, so wie bei der Lyrik von Mascha Kaléko, die gemeinsam mit ihrer Musik im Vordergrund steht, oder bei Joe Bausch, der eine Bluesband passend zu seinem neuen Buch »Gangsterblues« mitbringen wird. Das sind kleine Highlights. Philipp Keßler

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